Donnerstag, 11. März 2010
Hilfe im Exil
Seit mehr als zehn Jahren unterstützt die Bundesregierung verfolgte Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die in Deutschland Zuflucht suchen. Umgesetzt wird das Stipendienprogramm "Writers in Exile" vom deutschen P.E.N.-Zentrum.
Bild vergrößern
Writers in Exile - Hilfe für verfolgte Autoren
Foto: picture-alliance / EB-Stock
Auch heute noch werden in vielen Ländern der Welt Menschen bedroht, verfolgt, verschleppt oder getötet, weil sie ihre Meinung frei äußern.
Durch das Programm "Writers in Exile" bietet die Bundesregierung Einzelnen von ihnen die Möglichkeit, zumindest zeitweise in Deutschland in Ruhe leben und arbeiten zu können. Zuständig für die Umsetzung des Programms ist das deutsche Zentrum der internationalen Schriftstellervereinigung P.E.N.
Historische Verantwortung Deutschlands
Bei einem Treffen mit Vertretern des Zentrums unterstrich Kulturstaatsminister Bernd Neumann die historische Verantwortung Deutschlands. "Die Freiheit des Wortes ist ein entscheidender Grundwert demokratischer Gesellschaften - weltweit ist sie an vielen Orten in Gefahr. Gerade für Deutschland mit seiner historischen Verantwortung sehe ich es als eine besondere Verpflichtung an, verfolgten Schriftstellern und Journalisten zeitweise eine sichere Heimat zu geben“, erklärte Neumann.
Von den Nationalsozialisten wurden tausende Schriftsteller, Journalisten und Intellektuelle verfolgt, verhaftet, aus ihren Heimatländern vertrieben und in die Emigration gezwungen. Mit Unterstützung des Internationalen P.E.N. und anderer P.E.N.-Zentren weltweit gelang es dem 1934 gegründeten deutschen P.E.N. im Exil, viele von ihnen zu retten und ihnen in der ersten Zeit der Eingewöhnung beizustehen. Die Bundesregierung verbindet mit dem Programm "Writers in Exile" auch einen Dank an die Länder, die in der NS-Zeit deutschen Künstlerinnen und Künstlern Zuflucht gewährten und ihnen Asyl sowie Arbeitsmöglichkeiten boten.
Zusätzliches Stipendium ab dem kommenden Jahr
Deshalb wird die Bundesregierung zusätzlich zu den sechs bereits geförderten Stipendienplätzen ab dem kommenden Jahr ein weiteres Stipendium finanzieren. Für das "Writers in Exile"- Programm stehen bisher jedes Jahr 320.000 Euro aus dem Haushalt des Kulturstaatsministers zur Verfügung.
Ausgewählt werden die geförderten Schriftstellerinnen und Schriftsteller vom P.E.N. Zentrum Deutschland. Untergebracht werden sie in eigens angemieteten Wohnungen in Berlin, Hamburg, Köln und München. Die Stipendien werden für ein Jahr vergeben und können bei Bedarf auf zwei bis drei Jahre verlängert werden.
Verfolgung und Unterdrückung bekämpfen
Die internationale Schriftstellervereinigung P.E.N. (Poets, Essayists, Novelists) ist seit vielen Jahrzehnten als Stimme der verfolgten und unterdrückten Schriftstellerinnen und Schriftsteller in aller Welt aktiv. Der Internationale P.E.N. ist beratendes Mitglied in der UN-Kommission für Menschenrechte und der UNESCO. Weltweit ist der P.E.N. in insgesamt 144 Zentren organisiert. Zusätzlich zum Stipendienprogramm fördert der Kulturstaatsminister auch ausgewählte Projekte des deutschen P.E.N.-Zentrums.
