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Donnerstag, 4. März 2010

Erinnerung für die Zukunft

Im Kriegsgefangenen- und Konzentrationslager Bergen-Belsen sind zwischen 1941 und 1945 mehr als 70.000 Menschen ums Leben gekommen. Auf dem Gelände erinnert eine Gedenkstätte an die Opfer. Der Bund fördert sie als national bedeutsame Einrichtung mit einer Million Euro im Jahr.

Besucher in der Ausstellung des Dokumentationszentrums der Gedenkstätte Bergen-BelsenBild vergrößern Dokumentationszentrum in der Gedenkstätte Bergen-Belsen Foto: picture-alliance / dpa

Die Finanzierung der Gedenkstätte als Einrichtung teilen sich der Bund, das Land Niedersachsen und die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten. Eine entsprechende Vereinbarung haben Kulturstaatsminister Bernd Neumann sowie Vertreter von Land und Stiftung heute unterzeichnet. Bis 2009 hat der Bund die Gedenkstätte projektgebunden unterstützt.

Neumann unterstrich bei der Unterzeichnung die Bedeutung von Bergen-Belsen als authentischem Erinnerungsort. Gerade viele junge Menschen könnten sich hier ein Bild von einem ehemaligen Konzentrationslager (KZ) und dem Ausmaß seiner Unmenschlichkeit und seines Schreckens machen, erklärte er.

Bildungsarbeit stärken

Tatsächlich werden die pädagogischen Angebote der Stiftung von jungen Besucherinnen und Besuchern gut genutzt. Material für die Auseinandersetzung liefert vor allem die Dauerausstellung im 2007 errichteten Dokumentationszentrum der Gedenkstätte.

Sie schildert die Geschichte und Topographie des Lagers als sowjetisches Kriegsgefangenenlager, Konzentrationslager und "Displaced-Persons-Camp". Gleichzeitig lässt sie einige individuelle Schicksale der mehr als 70.000 Opfer anschaulich werden. Dadurch ermöglicht sie vor allem jüngeren Menschen eine Annäherung an die unvorstellbaren Geschehnisse.

Das Lager Bergen-Belsen im Kreis Celle wurde 1941 zunächst als Kriegsgefangenenlager errichtet. Bis Februar 1942 starben dort mindestens 18.000 sowjetische Kriegsgefangene. Im Juli 1943 kamen erste Transporte mit jüdischen Häftlingen aus Polen ins Lager, ab 1944 wurden Zehntausende aus frontnahen Konzentrationslagern nach Bergen-Belsen gebracht. Etwa 50.000 Häftlinge fielen der Barbarei des nationalsozialistischen Konzentrationslagersystems zum Opfer. Unter ihnen war auch Anne Frank, die Anfang März 1945 im Lager starb. Am 15. April 1945 befreiten britische Truppen das KZ. Von 1945 - 1950 beherbergte das "Displaced-Persons-Camp" erneut rund 12.000 Menschen, unter ihnen viele Juden vor ihrer Ausreise. www.bergen-belsen.de

Planungssicherheit geben

Seit dem Jahr 2000 hat der Bund die Neugestaltung der Gedenkstätte Bergen-Belsen projektgebunden unterstützt. Auch die Kosten für die Errichtung des Dokumentationszentrums hat der Bund zusammen mit dem Land Niedersachsen getragen.

2008 hat die Bundesregierung die Fortschreibung der Gedenkstättenkonzeption beschlossen. National bedeutsame Gedenkstätten, die an die nationalsozialistische Terrorherrschaft und ihre Opfer erinnern, werden seit 2009 intensiver gefördert. Neben Bergen-Belsen hat der Bund deshalb auch die drei anderen großen westdeutschen KZ-Gedenkstätten – Neuengamme, Dachau und Flossenbürg - in die institutionelle Förderung aufgenommen. Die KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen erhält einen Bundeszuschuss in Höhe von einer Million Euro im Jahr.