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Freitag, 12. Februar 2010

Vorhang auf für "Metropolis"

Fritz Langs legendärer Stummfilm feierte heute seine zweite Geburtsstunde. Die Uraufführung der wiederentdeckten Originalfassung fand zeitgleich in Frankfurt und an zwei Orten in Berlin statt: im Friedrichstadtpalast und am Brandenburger Tor.

Fritz Langs "Metropolis" ist ein Klassiker des deutschen Stummfilms. 2001 wurde er in das Weltkulturerberegister der UNESCO aufgenommen. Bis heute beeinflusst er weltweit das Filmschaffen. Nicht zu Unrecht gilt er als Vorläufer moderner Science-Fiction-Filme.

Erfolg mit Verspätung

Die Uraufführung des Stummfilms im Jahr 1927 war allerdings nicht gleich von Erfolg gekrönt. "Metropolis" überforderte mit seiner neuen Technik die Sehgewohnheiten des Publikums. In den weltweiten Verleih ging eine gekürzte und inhaltlich verstümmelte Fassung.

Nachdem die Originalfassung lange als verschollen galt, wurden 2008 in Buenos Aires verloren geglaubte Filmrollen mit einer Kopie des Films aufgefunden. Sie ermöglichten in den vergangenen Monaten die Rekonstruktion einiger Passagen des Films, die in der bisherigen Fassung fehlten.  

Nach Übergabe der Filmrollen restaurierte die Friedrich-Wilhelm-Stiftung in Wiesbaden zusammen mit mehreren Partnern Fritz Langs Meisterwerk. Unterstützt wurde sie dabei vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der die Rekonstruktion mit 200.000 Euro gefördert hat.

Deutsche Kinogeschichte wird weitergeschrieben

Die zweite Uraufführung des Stummfilms fand heute in der Alten Oper in Frankfurt am Main und im Friedrichstadtpalast in Berlin statt. Auch auf „arte“ war das Meisterwerk zu sehen. Die musikalische Begleitung des Stummfilms nach der Originalpartitur von Gottfried Huppertz übernahm das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Frank Strobel.

Zeitgleich wurde die Uraufführung auch auf eine Leinwand vor dem Brandenburger Tor übertragen. Damit machte die Berlinale ihren Filmfans ein besonderes Geschenk zum 60. Geburtstag.

Fest am Brandenburger Tor

Schon vorab kündigte am Brandenburger Tor ein eigens gestalteter Vorhang das große Ereignis an. Die koreanisch-amerikanische Künstlerin Christina Kim verwendete für ihren Vorhang altes Filmmaterial wie recycelte Film- und Berlinale-Plakate, DVDs und anderen Gegenstände aus der Filmwelt. Inhaltlich verweist der Vorhang auf die Geschichte des Films und seinen Herstellungsprozess, der nur durch Gemeinschaftsarbeit gelingen kann.