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Montag, 23. August 2010

"SED, wenn Du nicht gehst, dann gehen wir!"

Die Wanderausstellung der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn dokumentiert anhand von Einzelschicksalen die Entwicklung von der friedlichen Revolution über die Grenzöffnung bis zur Deutschen Einheit. Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat sie eröffnet.

Kontrollanlage an der früheren größten Übergangstelle an der deutsch-deutschen GrenzeBild vergrößern Größte Übergangstelle an der deutsch-deutschen Grenze Foto: Sebastian Bolesch

Im Mittelpunkt der Ausstellung "SED, wenn Du nicht gehst, gehen wir!" stehen die Schicksale von zwölf Oppositionellen. Sie engagierten sich in verschiedenen Regionen in unterschiedlichen Gruppen und Initiativen. Neben Interviewaufzeichnungen vermitteln Fernsehbeiträge, Dokumente und Fotos ein differenziertes Bild vom Ende der DDR.

Ort mit großer Symbolkraft

In seiner Rede zur Eröffnung der Ausstellung unterstrich Kulturstaatsminister Bernd Neumann die Bedeutung der Gedenkstätte Marienborn. Durch ihre authentische Substanz sei sie ein besonderer Ort des Erinnerns und des Trauerns, aber auch der Begegnung, der Forschung und historisch politischen Bildung. Die Bürde der Teilung und der Druck des Grenzregimes der DDR seien hier besonders spürbar, sagte Neumann.

Größte Übergangstelle an der innerdeutschen Grenze

Kontrollanlagen in der heutigen Gedenktstätte Deutsche Teilung MarienbornBild vergrößern Die Anlage ermöglichte eine lückenlose Kontrolle Foto: U.W.

Der Kontrollpunkt Marienborn-Helmstedt war die größte Übergangstelle an der innerdeutschen Grenze. Er wurde zwischen 1972 und 1974 eingerichtet.

Hier wurden Reisende, Fahrzeuge und Transportgüter fast lückenlos kontrolliert. Das breit angelegte Überwachungssystem und die Sperranlagen auf der Grenzübergangsstelle machten Bürgerinnen und Bürgern der DDR jeden Fluchtversuch unmöglich.

Dauerhaft vom Bund gefördert

1996 wurde in Marienborn die Gedenkstätte Deutsche Teilung eingerichtet. 2001–2004 wurde die Anlage mit Mitteln aus dem Haushalt des Kulturstaatsministers rekonstruiert und denkmalgerecht saniert. Seit 2009 fördert der Bund die Gedenkstätte dauerhaft mit 150.000 Euro pro Jahr.