Freitag, 26. Februar 2010
Deutsche Kunst aus Rom in Berlin
Zum vierten Mal hat sich die Villa Massimo in Berlin vorgestellt. Wie bereits in den vergangenen Jahren präsentierte die Deutsche Akademie Rom einen Abend lang Arbeiten der Stipendiatinnen und Stipendiaten des vergangenen Jahres.
Bild vergrößern
Installation von Sasha Waltz
Foto: REGIERUNGonline/Kugler
Bild vergrößern
Interesse an den Fotos von Jochen Lempert
Foto: REGIERUNGonline/Kugler
Einen Abend lang verwandelten sich die Räume im Martin-Gropius-Bau in die große Atelierstraße der Villa Massimo. Wie auch dort beim alljährlichen Rundgang eröffnete sie dem Publikum ein breites Spektrum künstlerischen Schaffens: von der Malerei bis zur Architektur, von der neuen Musik bis zur zeitgenössischen Literatur.
Fernando Bryce, Henriette Grahnert und Jochen Lempert waren im vergangenen Jahr Stipendiaten in der Sparte Bildende Kunst. In Berlin zeigten sie Zeichnungen, Gemälde und Schwarz-Weiß-Fotografien. Die Architekten Sebastian Reinhardt und Daniel Widrig steuerten Modelle und computergenerierte Formstudien bei.
Einblicke in künstlerische Entstehungsprozesse
Sasha Waltz & Guests luden zum Auftakt der Präsentation zu einer Installation schwebender Körper ein. Die Tänzerin und Choreographin war - wie auch der Schauspieler Otto Sander - im vergangenen Jahr Praxisstipendiatin.
Anschließend standen Klavierwerke von Charlotte Seiter und eine Komposition für Klarinette, Viola und Klavier von Márton Illés auf dem Programm. Beide waren als Komponisten Stipendiaten der Villa. Nach Otto Sander las Durs Grünbein zum Abschluss aus einem noch unveröffentlichten römischen Text.
Privates Engagement für die Kultur ist wichtig
Bild vergrößern
Raum mit Arbeiten von Daniel Widrig
Foto: REGIERUNGonline/Kugler
Mit dem Abend, der auch in diesem Jahr wieder durch Sponsoren ermöglicht wurde, beginnt der Reigen der Feiern zum 100. Geburtstag der Deutschen Akademie Rom. Die Villa Massimo war vor 100 Jahren durch den Unternehmer und Mäzen Eduard Arnhold gegründet worden. Arnhold erwarb 1910 das Gelände, ließ dort Atelierhäuser und ein zentrales Gebäude errichten und vermachte sie dem preußischen Staat.
"Dies ist ein historisch herausragendes Beispiel dafür, dass vieles in Deutschlands Kulturlandschaft nicht denkbar ist ohne Bürgersinn und privates Verantwortungsgefühl", erklärte Kulturstaatsminister Bernd Neumann im Vorfeld der Veranstaltung.
Künstlerförderung auf höchstem Niveau
Jedes Jahr vergibt der Kulturstaatsminister an zehn ausgewählte Künstlerinnen und Künstler Stipendien für einen einjährigen Studienaufenthalt in der Villa Massimo. Die Stipendiaten sind in der Regel um die 40 Jahre alt und gehören zur Nachwuchselite deutscher Künstlerinnen und Künstler.
Die Komponisten, Schriftsteller, Architekten und Bildenden Künstler sollen durch den Aufenthalt in Rom Inspiration und künstlerische Orientierung ohne finanzielle Engpässe erhalten. Seit ihrer Gründung hat die Villa Massimo viele berühmte Kunst- und Kulturschaffende aus Deutschland beherbergt. Unter ihnen sind die Schriftstellerinnen Herta Müller und Sarah Kirsch, der Maler Anselm Kiefer, der Fotograf Thomas Ruff oder der Komponist Manfred Trojahn.
Heute ist die Villa Massimo Eigentum der Bundesrepublik Deutschland. Sie wird im Jahr mit über zwei Millionen Euro aus dem Haushalt des Kulturstaatsministers gefördert.
