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Beauftragter für Kultur und Medien

Große Architektur für eine bedeutende Sammlung

Do, 28.01.2010
Eingangshof im Neubau des Folkwang-Museums
Vergrößerung
Foto: Museum Folkwang/NMFE GmbH/Haug
Innenhof im Neubau des Folkwang-Museums
Das Museum Folkwang in Essen zählt zu den wichtigsten Kunstmuseen in Deutschland. Ein Neubau ermöglicht jetzt endlich die angemessene Präsentation seiner Bestände. Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat ihn eröffnet.
Der neue Gebäudekomplex ergänzt und erweitert den denkmalgeschützten Altbau des Museums aus den 1960er Jahren. Er setzt sich aus sechs transparenten Baukörpern zusammen. Sie bieten nicht nur zusätzliche Ausstellungsflächen mit viel Tageslicht, sondern auch Platz für Veranstaltungen, Bibliotheksräume, Depots und Werkstätten.
 

Beispiel für erfolgreiches Mäzenatentum

 
Entstanden ist – so Kulturstaatsminister Bernd Neumann – ein "großartiges Haus für die Kunst". Ermöglicht wurde es durch privates Mäzenatentum. Neumann dankte dafür der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und ihrem Kuratoriumsvorsitzenden Berthold Beitz. Die Stiftung hat den Bau mit insgesamt 55 Millionen Euro allein finanziert.
 
Privates Engagement wie dieses dürfe aber auf keinen Fall dazu führen, dass sich die öffentliche Hand aus der Förderung zurückziehe. "Denn gerade Museen haben eine große politische, gesellschaftliche und auch eminent wirtschaftliche Bedeutung", ist Neumann überzeugt.
 
 

Einladende und transparente Räume

 
Freitreppe zum Eingangshof im Neubau des Folkwang-MuseumsFoto: Museum Folkwang/NMFE GmbH/Haug Vergrößerung Freitreppe zum EingangshofKonzipiert wurde der Neubau vom britischen Architekten David Chipperfield. Wichtig war ihm nicht nur die transparente Gestaltung des Gebäudes nach innen, sondern auch seine Öffnung zur Stadt hin.
 
Chipperfield entschied sich deshalb für ein mehrteiliges Gebäude mit großen Fenstern und lichten Innenhöfen. Sie erleichtern gleichzeitig die Orientierung in den Ausstellungsbereichen, die alle auf einer Ebene angeordnet sind.  
 
Zur Sprache kommt dabei vor allem die Kunst. Gezeigt werden zur Eröffnung Werke zeitgenössischer Künstler wie Andy Warhol, Mark Rothko und Gerhard Richter, außerdem eine Plakat- und eine Fotoausstellung. Ab Ende März soll dort unter dem Titel "Das schönste Museum der Welt" eine Sonderausstellung zur Geschichte der Folkwang-Sammlung bis 1933 zu sehen sein.

 

Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel

 
Das Folkwang-Museum wurde 1902 von Karl Ernst Osthaus in  Hagen gegründet. "Wandel durch Kultur- Kultur durch Wandel" – das Motto der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 – lautete eine der Maximen des Mäzens. Das Museum erwarb und zeigte als erste öffentliche Sammlung in Deutschland Werke von Wegbereitern der Moderne wie Cézanne, Gauguin, van Gogh und Matisse. Nach Osthaus‘ Tod wurde die Sammlung vom neu gegründeten Folkwang-Museumsverein für die Stadt Essen erworben und 1922 mit dem Städtischen Kunstmuseum zum Museum Folkwang vereinigt.
 
Heute zählt das Museum Folkwang zu den bedeutendsten Museen in Deutschland. Herausragend sind seine Sammlungen zur Malerei und Skulptur des 19. Jahrhunderts, zur klassischen Moderne und der Kunst nach 1945. Die 1979 eingerichtete Fotografische Sammlung gilt als eine der wichtigsten ihrer Art in Europa. Zum Museum gehört inzwischen auch die Sammlung des Deutschen Plakat Museums. Ab 2010 soll außerdem eine eigene Abteilung für Bildung und Vermittlung hinzukommen.

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