Todesmarsch nach Palmnicken
Einer der Todesmärsche führte 7.000 jüdische Frauen aus Ungarn, Polen und Litauen entlang der Ostseeküste nach Palmnicken (heute: Jantarny in Russland). Die Nazis hatten sie vor dem Anrücken der Roten Armee aus dem Konzentrationslager Stutthof getrieben.
Viele von ihnen starben bereits während des Marsches an Entkräftung. Angehörige der SS brachten die überlebenden Häftlinge in der Nacht des 31. Januar 1945 zum Strand von Palmnicken. Dort trieben sie die Frauen auf das Eis der zugefrorenen Ostsee und erschossen sie.
Ein erschütterndes Schicksal
Eine der wenigen Überlebenden ist Maria Blitz. Ihre zwei Schwestern und die Schwägerin wurden auf dem Todesmarsch ermordet. Ihr selbst gelang die Flucht. 1949 emigrierte sie über Polen und Deutschland in die USA.
Maria Blitz überlebte das Krakauer Ghetto, die Konzentrationslager Plaszow, Auschwitz und Stutthof sowie das Arbeitslager Heiligenbeil. Ihre Familie hingegen wurde von den Nationalsozialisten weitgehend ausgelöscht.
Ein Zeugnis für kommende Generationen
Mehr als fünfzig Jahre später fasste sie ihre Erlebnisse in einem Buch zusammen. Unter dem Titel "Endzeit in Ostpreußen – ein beschwiegenes Kapitel des Holocausts" ist es jetzt als Publikation der "Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas" in deutscher Übersetzung erschienen.
Damit setzt die "Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas" ihre Veranstaltungsreihe mit Zeitzeugen, die sie 2009 ins Leben gerufen hat, fort.

