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Beauftragter für Kultur und Medien

Eine Zeitzeugin erinnert sich

Mi, 27.01.2010
Gedenkstein für die Opfer des Massakers von Palmnicken
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Foto: Wikipedia/Hans-Christian Kords
Gedenkstein für die Opfer des Massakers von Palmnicken
In der Endphase des NS-Regimes kamen auf Todesmärschen hunderttausende KZ-Häftlinge unter grausamen Bedingungen ums Leben. Am heutigen Holocaust-Gedenktag erinnerte eine Zeitzeugin in der Neuen Synagoge Berlin an die Opfer.
Die Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum nahm den heutigen Gedenktag zum Anlass, Maria Blitz als eine der letzten überlebenden Zeitzeuginnen zu einem Gespräch einzuladen. Blitz las dabei auch Passagen aus ihren Erinnerungen vor.
 

Todesmarsch nach Palmnicken

 
Einer der Todesmärsche führte 7.000 jüdische Frauen aus Ungarn, Polen und Litauen entlang der Ostseeküste nach Palmnicken (heute: Jantarny in Russland). Die Nazis hatten sie vor dem Anrücken der Roten Armee aus dem Konzentrationslager Stutthof getrieben.  
 
Viele von ihnen starben bereits während des Marsches an Entkräftung. Angehörige der SS brachten die überlebenden Häftlinge in der Nacht des 31. Januar 1945 zum Strand von Palmnicken. Dort trieben sie die Frauen auf das Eis der zugefrorenen Ostsee und erschossen sie.
 

Ein erschütterndes Schicksal

 
Eine der wenigen Überlebenden ist Maria Blitz. Ihre zwei Schwestern und die Schwägerin wurden auf dem Todesmarsch ermordet. Ihr selbst gelang die Flucht. 1949 emigrierte sie über Polen und Deutschland in die USA.
 
Maria Blitz überlebte das Krakauer Ghetto, die Konzentrationslager Plaszow, Auschwitz und Stutthof sowie das Arbeitslager Heiligenbeil. Ihre Familie hingegen wurde von den Nationalsozialisten weitgehend ausgelöscht.
 

Ein Zeugnis für kommende Generationen

 
Mehr als fünfzig Jahre später fasste sie ihre Erlebnisse in einem Buch zusammen. Unter dem Titel "Endzeit in Ostpreußen – ein beschwiegenes Kapitel des Holocausts" ist es jetzt als Publikation der "Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas" in deutscher Übersetzung erschienen.
 
Damit setzt die "Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas" ihre Veranstaltungsreihe mit Zeitzeugen, die sie 2009 ins Leben gerufen hat, fort.

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