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Umwelt

Keine Zukunft ohne Natur

Di, 22.05.2007
Riesentukan im brasilianischen Regenwald
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Foto: picture-alliance / Bildagentur Huber
Regenwälder sind besonders bedroht
Wenn Tier- und Pflanzenarten weiterhin in so hohem Tempo sterben, werden viele Ökosysteme nicht mehr funktionieren. Damit wäre auch das Leben des Menschen auf der Erde gefährdet. Die Bundesregierung startet deshalb die breite Informationskampagne "Eine Natur - eine Welt - unsere Zukunft".
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel gab heute – am Internationalen Tag der Artenvielfalt – im Berliner Zoo den Startschuss dafür.
 
Besondere Unterstützung kommt dabei von der "Naturallianz". Prominente aus Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Nichtregierungsorganisationen haben sich darin zusammengeschlossen. So wirken die Schauspielerin Christiane Paul, der Polarforscher Arved Fuchs, die Starköchin Sarah Wiener und der Unternehmer Claus Hipp mit. Beteiligt sind auch die Welthungerhilfe und der Deutsche Naturschutzring.
 
Die Kampagne umfasst Plakate, Veranstaltungen, Schulwettbewerbe und Unterrichtsmaterialien. Sie führt auf die UN-Naturschutz-Konferenz hin, die Deutschland im Mai 2008 in Bonn ausrichtet.
 

Artenvielfalt und Klimawandel

 

15.000 Tier- und Pflanzenarten drohen weltweit zu verschwinden. "Wir löschen die Datenbank der Natur in einer nie gekannten Geschwindigkeit. Damit vernichten wir das Kapital unseres Planeten und so die Grundlage unseres Lebens und unserer Wirtschaft", sagte Gabriel.
 
Die fortgesetzte Zerstörung der biologischen Vielfalt ist mit der gleichen Priorität zu bekämpfen wie der Klimawandel. Beide Probleme sind eng miteinander verknüpft.
 
So ist Vielfalt etwa bei den Pflanzenarten unverzichtbar, um sich in der Landwirtschaft auf veränderte Witterungsverhältnisse einzustellen. Und die Wälder spielen eine wichtige Rolle bei der Aufnahme von Treibhausgasen. Derzeit werden jedoch 13 Hektar Wald jährlich gerodet. Dies entspricht einer Fläche, die dreimal so groß ist wie die Schweiz.
 

Wert der Arten geht in die Billionen

 
Die Zahl der Arten wird heute auf rund 14 Millionen geschätzt. Dieser Artenreichtum besitzt jenseits der ökologischen Funktion einen hohen ökonomischen Wert, der über Landwirtschaft und Waldwirtschaft weit hinausgeht.
 
Beispielsweise stammen bereits 30 Prozent der weltweit zugelassenen Medikamente aus der Nutzung bestimmter Arten.
 
Der ökonomische Nutzen sei auf 16 bis 60 Billionen US-Dollar zu beziffern, so Gabriel. Auch deswegen sei eine Investition in Artenschutz ökonomisch immer sinnvoller als die Korrektur ökologischer Schäden.

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