Verbessert werden muss die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg. Außerdem ist die Richtlinie noch unzureichend in nationales Recht umgesetzt.
Informationen zum Wasser online
Die EU-Kommission stellte gestern außerdem das "Wasserinformationssystem für Europa" (WISE) vor. Dies ist ein Webportal, das der Öffentlichkeit umfassende wasserrelevante Daten aus der EU bereitstellt. Dort können sich die Bürgerinnen und Bürger beispielsweise über Gewässer, Wasserqualität oder kommunale Abwasseranlagen informieren. Bis 2010 soll WISE das weltweit umfassendste Wasserinformationssystem sein.
Wasserinformationssystem WISE
Gabriel: Wasser sparsam nutzen
Der Bundesumweltminister rief die Menschen anlässlich des gestrigen Weltwassertages auf, die kostbare Ressource Wasser effizienter zu nutzen: "Der Klimawandel wird den Wassermangel gerade in vielen armen Regionen der Erde verschärfen. Deshalb dürfen wir in unseren Bemühungen nicht nachlassen, Wasser so sparsam und nutzbringend wie möglich zu nutzen".
Gegenwärtig haben 1,5 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Das Ziel, diese Situation bis 2015 zu ändern, rücke mit dem Klimawandel in weitere Ferne, so der Minister.
Hochwasser und Dürren in Europa
Gabriel betonte, dass nicht nur Entwicklungsländer betroffen seien. Auch in Europa verändere der Klimawandel die Verteilung des Wassers. In Nordeuropa werde der Regen zunehmen, im Süden dagegen abnehmen. Neben häufigerem Hochwasser sei über längere Zeiträume mit Niedrigwasserständen zu rechnen. Dies habe auch Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel.
Die Bundesregierung ist aktiv
Mit der EU-Wasserrahmenrichtlinie hat sich auch Deutschland verpflichtet, bis zum Jahr 2015 bei allen Gewässern einen guten Zustand zu erreichen. Dies bezieht sich nicht nur auf Schadstoffe, sondern auch auf die im Wasser heimische Tier- und Pflanzenwelt. Dazu müssen bis 2009 Bewirtschaftungspläne erarbeitet werden.
Schwerpunkte der Gewässerpolitik der Bundesregierung sind der vorbeugende Hochwasserschutz und der Schutz des Grundwassers. Die Bundesregierung arbeitet dabei eng mit den Ländern zusammen.
Langfristige Ziele der Gewässerschutzpolitik in Deutschland sind,
- eine gute ökologische und chemische Qualität der Gewässer zu bewahren oder wiederherzustellen,
- die Trink- und Brauchwasserversorgung in der erforderlichen Menge und Güte zu gewährleisten und
- alle anderen Wassernutzungen, die dem Gemeinwohl dienen, langfristig zu sichern. Dazu gehören etwa Freizeit und Erholung, Energienutzung oder Schifffahrt.
Unicef: Sauberes Wasser rettet Leben
Bei der deutschen Auftaktveranstaltung zum Weltwassertag war auch Heide Simonis, Vorsitzende von Unicef Deutschland, dabei. Unicef initiierte das Projekt 'Sauberes Wasser rettet Leben', das die Trinkwassersituation für viele Kinder entscheidend verbessert hat. Außerdem entwickelte das Welt-Kinderhilfswerk eine kostengünstige handbetriebene Wasserpumpe, die auf einfache Weise die Wasserversorgung sicher stellt. Seit 1977 wurden davon mehr als eine Million Stück installiert.
Laut Unicef:
- Haben insgesamt 425 Millionen Kinder in Entwicklungsländern keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
- Sterben jährlich 1,5 Millionen Kinder an Durchfall oder anderen Folgen von Wassermangel oder schmutzigem Wasser.
- Kostet Wasser in Guatemala fünfmal soviel wie in den USA.
- Bekommt man in Afrika für zehn Dollar abgepacktes Wasser - bei einem Monatsgehalt von 20 Dollar.
Die Vereinten Nationen haben in ihrer Resolution vom Dezember 1992 den 22. März zum jährlichen Weltwassertag erklärt. In diesem Jahr lautete das Motto dieses Tages "Zeit zum Handeln - Wasserknappheit und Dürre" ("Coping with Water Scarcity"). 1996 wurde der Weltwasserrat gegründet, dem 300 internationale Organisationen, Institute, Regierungsstellen und Verbände aus 55 Ländern angehören.

