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Arbeit und Soziales

Ältere Beschäftigte immer wichtiger

Do, 24.05.2007
Älterer Arbeitnehmer in der Produktion von Schienenfahrzeugen
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Foto: Brigitte Hiss / berlin-photo.com
Ältere Arbeitnehmer
Die Bedeutung der Älteren auf dem Arbeitsmarkt nimmt zu. Zwischen 1998 und 2006 stieg die Zahl der über 50-jährigen Erwerbstätigen nach einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) um 1,5 Millionen. In der Initiative 50plus bündelt die Bundesregierung Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Beschäftigungschancen Älterer.
Im vergangenen Jahr waren dem DIW zufolge 9,5 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland über 50 Jahre alt. Damit entwickelte sich deren Erwerbstätigkeit viel besser als in der Gruppe der Jüngeren.
 
Das DIW führt diese Entwicklung darauf zurück, dass die geburtenstarken Jahrgänge auf ihren Arbeitsplätzen altern würden. Zudem habe sich die Einstellung geändert. Ältere wollten länger im Erwerbsleben bleiben. Das hänge auch mit dem deutlich gestiegenen Qualifikationsniveau zusammen.
 

Initiative 50plus – Potenziale Älterer nutzen

 
Für die Bundesregierung steht fest: Die Arbeitswelt von morgen braucht alle Generationen mit ihren jeweiligen Fähigkeiten und Erfahrungen. Deutschland kann es sich nicht mehr leisten, Ältere frühzeitig aus dem Arbeitsleben zu drängen. Die Initiative 50plus setzt auf Kombilöhne, Eingliederungszuschüsse und Weiterbildungszuschüsse.
 
Mit dieser Initiative verbessert die Bundesregierung die Beschäftigungschancen älterer Menschen. Der Mix der Generationen in der Belegschaft ist das beste Erfolgsrezept für ein Unternehmen. Die Maßnahmen sind zum 1. Mai 2007 in Kraft getreten.
 
Bei der Integration älterer Menschen in den Arbeitsmarkt gibt es weiterhin Handlungsbedarf. Trotz der erfreulichen Aufwärtstendenz sind erst knapp 49 Prozent der 55- bis 64-Jährigen gegenwärtig noch berufstätig.

Angesichts der demografischen Entwicklung muss diese Quote steigen. Bis zum Jahr 2010 sollten 55 Prozent der über 55-Jährigen eine Arbeit haben, gibt Bundesarbeitsminister Franz Müntefering als Zielmarke an. 

 

Kombilöhne, Eingliederungszuschüsse, Weiterbildung

 
Der Kombilohn wird gezielt eingesetzt, um Ältere bei der Aufnahme einer geringer bezahlten Tätigkeit durch einen Nettolohnausgleich zu unterstützen. Die Differenz zwischen dem früheren und dem geringeren neuen Nettogehalt wird im ersten Jahr zu 50 und im zweiten Jahr zu 30 Prozent ausgeglichen.
 
Kombilohn erhalten Arbeitslose ab dem 50. Lebensjahr, die einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I von mindestens 120 Tagen haben. Zusätzlich werden die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung aus der neuen Beschäftigung zu 90 Prozent der früheren Beiträge bezuschusst. 
 
Unternehmen, die Ältere einstellen, können zum Lohn einen neu gestalteten Eingliederungszuschuss erhalten. Voraussetzung ist eine Beschäftigungsdauer von mindestens einem Jahr.
 
Die Befristungsregelungen für ältere Beschäftigte ab 52 Jahren werden erleichtert und europarechtskonform ausgestaltet. Die Möglichkeit zum Abschluss befristeter Arbeitsverträge erhöht die Anreize für Unternehmen, Ältere einzustellen. Befristet werden kann ein Vertrag bei demselben Arbeitgeber bis zu fünf Jahren. 
 
Zudem wird die Weiterbildungsförderung Älterer in Betrieben erweitert. Beschäftigte in Betrieben mit bis zu 250 Personen (bisher 100) erhalten ab dem 45. Lebensjahr (bisher ab 50) Bildungsgutscheine für zertifizierte Weiterbildungen.
 

Beschäftigungsfähigkeit verbessern

 
Die Initiative 50plus wird zugleich durch die beschlossene schrittweise Erhöhung des Renteneintrittsalters flankiert.
 
Unter dem Leitbild "Generationen Arbeit" wird die Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung für unterschiedliche Zielgruppen zusammengefasst. Aus Sicht der Bundesregierung muss Arbeit so organisiert sein, dass Menschen sie bis zum gesetzlichen Rentenalter ausüben können.
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