Das vereinbarten die Bundesregierung und Spitzenvertretervertreter von Industrie, Handwerk und Freien Berufen in Berlin. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos unterzeichnete den Pakt.
"Wir wollen erreichen, dass kein junger Mensch länger als drei Monate arbeitslos ist. Wer eine Ausbildung hat, hat eine deutlich bessere Chance am Arbeitsmarkt", sagte Bundesarbeitsminister Franz Müntefering.
"Die duale Ausbildung ist eine Stärke des deutschen Bildungssystems", ergänzte Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Es biete die beste Vorbeugung gegen Arbeitslosigkeit und müsse deshalb weiter modernisiert werden.
Der 2004 geschlossene "Nationale Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland" wäre im Juli ausgelaufen. Für die vergangenen drei Jahre hatte er das Ziel vorgegeben, 30.000 neue Ausbildungsplätze und 25.000 Praktikumsplätze zu schaffen.
Zusätzliche Ausbildungsplätze und neue Ausbildungsbetriebe
Die Wirtschaft setzt sich das verbindliche Ziel, bis 2010 im Jahresdurchschnitt 60.000 neue Ausbildungsplätze einzubringen.
Ein weiteres wichtiges und neues Signal an alle Ausbildungsplatzsuchenden: Jährlich 30.000 neue Betriebe bilden aus.
Die Bundesregierung sagt eine Ausbildungsquote in der Bundesverwaltung in Höhe von 7 Prozent zu.
Einstiegsqualifikationen und Nachvermittlung
Als besonders erfolgreich hat sich das Programm "Einstiegsqualifizierung für Jugendliche (EQJ)" erwiesen. Es ermöglicht Jugendlichen, betriebliche Praktika zu absolvieren. 70 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben in den letzten Jahren danach den Einstieg in eine reguläre Ausbildung geschafft.
Deshalb stellt die Wirtschaft zusätzlich zu ihrem Lehrstellenangebot insgesamt 40.000 Plätze für EQJ bereit. Dabei tragen die Betriebe die Sach- und Personalkosten der Ausbildung. Die Bundesagentur für Arbeit zahlt hingegen einen Zuschuss zum Unterhalt sowie die Kosten der Sozialversicherung.
Auch die in den vergangenen Jahren sehr erfolgreichen Nachvermittlungsaktionen werden fortgeführt. Alle Jugendlichen, die zu Beginn des Ausbildungsjahres keinen Ausbildungsplatz haben, erhalten ein Angebot für eine Ausbildung oder eine andere Qualifizierung.
Benachteiligte fördern und Bildungsreife erhöhen
Die Partner des Ausbildungspaktes sind entschlossen, die Ausbildungschancen von Benachteiligten und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu verbessern. Dafür stellt die Bundesagentur für Arbeit unter anderem außerbetriebliche Förderprogramme zur Verfügung.
Die Zahl der Jugendlichen ohne Schulabschluss beziehungsweise ohne notwendige Qualifizierung für eine betriebliche Ausbildung muss deutlich gesenkt werden. Hier sind gerade auch die Länder und die Bildungspolitik gefordert.
Die Partner haben sich zudem verpflichtet, die berufliche Orientierung der Jugendlichen zu verbessern. Schülerinnen und Schüler erhalten Ansprechpartner aus der betrieblichen Praxis, die ihnen zur Seite stehen. Auch die Zusammenarbeit mit der Kultusministerkonferenz wird weiter vertieft.
Nationaler Ausbildungspakt erfolgreich
Die Situation der Ausbildungsplatzsuchenden aus den geburtenstarken Jahrgängen hat sich durch das große Engagement der Paktpartner deutlich verbessert. Der von der Bundesregierung und der Wirtschaft am 16. Juni 2004 unterzeichnete Ausbildungspakt ist ein Erfolg.
Die Wirtschaft übertraf in den vergangenen Jahren ihre Zusage jeweils deutlich. Statt 30.000 neue Ausbildungsplätze stellte sie alleine im Jahre 2006 mehr als doppelt so viele bereit.
Auch die Bundesverwaltung hat ihre Ausbildungsquote spürbar auf 7,7 Prozent im Jahr 2006 erhöht. Das ist gegenüber 2004 ein Zuwachs von über 30 Prozent.
Dem Fachkräftemangel vorbeugen
Angesichts der demografischen Entwicklung und der guten Konjunktur zeichnet sich bereits heute ein Fachkräftemangel in Deutschland ab. Alle Ausbildungspotenziale müssen mobilisiert werden, um die dringend benötigten Fachkräfte von morgen zu gewinnen.
Der Bundeswirtschaftsminister zog das Fazit, der Ausbildungspakt könne die große Herausforderung des Fachkräftemangels nicht allein schultern. Aber es ließen sich damit schon heute erste Auswirkungen minimieren.
Ausbildungsförderung des Bundes wird fortgeführt
Die Bundesregierung stellt sicher, dass das "Bund-Länder-Ausbildungsprogramm Ost" fortgeführt wird. Hier werden Jugendliche in speziellen Ausbildungseinrichtungen ausgebildet. In einigen Regionen der neuen Bundesländer mangelt es an ausbildungsbereiten Betrieben.
Für das "Jobstarter-Programm" stellt der Bund 125 Millionen Euro bereit. Er fördert damit unter anderem die Verbundausbildung: Insbesondere kleine und spezialisierte Betriebe können so gewährleisten, dass alle für die Ausbildung vorgeschriebene Ausbildungsinhalte vermittelt werden.

