Bundesarbeitsminister Franz Müntefering betonte, dass jetzt auch Ältere eine Chance am Arbeitsmarkt bekämen. Aber er mahnte zugleich: "Grund zum Jubeln ist das nicht. Harte Arbeit für mehr Arbeit bleibt nötig."
Die Arbeitslosenquote hängt stark von jahreszeitlichen Einflüssen ab. Um den eigentlichen Trend herausfiltern zu können, gibt es das Instrument der Saisonbereinigung. Dabei wird die saisonale Einflussgröße bestimmt und herausgerechnet. Im Winter steigt die Arbeitslosigkeit immer. Die Daten für Februar werden auf diese Weise von der Störgröße "Einfluß des Winters" quasi "bereinigt".
Die saisonbereinigten Zahlen sind damit nur ein rechnerischer Wert. Sie erfassen nicht die tatsächliche Entwicklung, zeigen aber besser den längerfristigen Trend.
Die Richtung stimmt
Im Vergleich zum Vorjahr waren damit im Februar 826.000 Personen weniger arbeitslos gemeldet. Damit setzt sich der seit der Wiedervereinigung einzigartige Trend weiter fort. Ein Blick auf die Entwicklung der letzten Monate macht dies deutlich: Im Januar waren im Vergleich zum Vorjahr 764.000, im Dezember 597.000, im November 536.000, im Oktober 471.000 und im September 409.000 Personen weniger arbeitslos. Grund ist der stete Anstieg auch immer mehr sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung.
Neben der guten Konjunktur ist vor allem das milde Klima für den positiven Verlauf verantwortlich. Daneben beruht ein Teil der Abnahme auf der intensiveren Betreuung der Arbeitslosen und auf dem stärkeren Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente.
Im Branchenvergleich konnten fast überall Zuwächse bei der Beschäftigung beobachtet werden. Dabei war der Anstieg am kräftigsten bei den unternehmensnahen Dienstleistungen. Im Baugewerbe konnte der Rückgang der Beschäftigung gestoppt werden. Dazu trug auch das neue Saison-Kurzarbeitergeld bei.
Erwerbstätigenquote bei 70,3 Prozent
Das Statistische Bundesamt veröffentlichte Arbeitsmarktdaten für den Januar. Die Erwerbstätigenquote lag danach mit 70,3 Prozent weiterhin über der nach der Lissabon-Strategie für 2010 angestrebten 70-Prozent-Marke. Nach 69,8 Prozent im September durchbrach die Erwerbstätigenquote im Oktober erstmals die 70-Prozent-Marke und blieb seitdem darüber.
>> Steigerung der Erwerbstätigenquote als Teil der Lissabon-Strategie
