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Mittwoch, 10. Februar 2010

Mitschrift Pressekonferenz

Stenografische Mitschrift der Pressestatements Merkel, Zwanziger, Löw

Merkel: Meine Damen und Herren, ich freue mich, dass heute die Spitze des Deutschen Fußball-Bundes samt dem Bundestrainer, den anderen Trainern und dem Manager hier ist. Herr Schmidt ist heute weniger in seiner Eigenschaft als Schatzmeister des DFB denn eher als Verbindungsmann nach Südafrika dabei.

Sie können ahnen ‑ im Wesentlichen sind die Probleme geklärt ‑, worum es geht: Es geht nur noch um die Fußball-Weltmeisterschaft und die deutsche Mannschaft. Insofern freue ich mich, dass wir heute Abend die Möglichkeit des Austausches haben. Meine Begeisterung für den Fußball ist bekannt. Insofern setze ich natürlich alle Hoffnungen in unsere Mannschaft und sage auch im Namen von Millionen Fans, dass wir schon jetzt beginnen, die Daumen zu drücken.

Ich glaube, auch sagen zu können, dass ich hoffe, dann auch nach Südafrika fliegen zu können. Der Bundespräsident wird sich ein Vorrundenspiel anschauen, und das werden wir nicht gemeinsam tun. Also geht es weiter, und dann werde ich einmal schauen, wann ich mich auf die Reise machen werde. Ich habe mir jedenfalls alle Spiele oder die stattfindenden Konstellationen im Terminplan notiert. Ich sage einfach: Alles Gute bei der Vorbereitung, ein gutes Händchen beim Umgang mit den Spielern, gute Leistungskraft, natürlich Grüße an die Spieler und ein gutes Miteinander im Deutschen Fußball-Bund, damit wir alle miteinander Freude bei einer so wunderschönen Sportart haben!

Zwanziger: Vielen Dank, Frau Bundeskanzlerin. Es ist eine große Ehre für uns, dass wir, wie vor vier Jahren, auch in diesem Jahr, in dem eine große Weltmeisterschaft der Männer nicht im eigenen Lande, aber dafür in Südafrika ansteht, zu Ihnen eingeladen wurden.

Es ist nicht nur so, wenn ich Sie ein bisschen korrigieren darf, dass Sie sich für Fußball interessieren, sondern Sie unterstützen uns seit vielen Jahren nachhaltig. Wir konnten uns bei der Vorbereitung der WM im eigenen Land immer auf Sie und die Unterstützung Ihrer Regierung ‑ damals der großen Koalition ‑ verlassen. Natürlich freuen wir uns auch jetzt auf diesem Weg nach Südafrika, dass die Bundeskanzlerin die Bedeutung dieses Sportereignisses für unser Land ein Stück weit unterstreicht.

Der Bundestrainer wird sicherlich gleich noch etwas zu den sportlichen Möglichkeiten sagen. Ich kann Ihnen versprechen, dass wir uns, wie wir es immer machen, ganz intensiv auf dieses Turnier vorbereiten werden, weil wir wissen, dass der sportliche Erfolg und das Auftreten unserer Mannschaft unglaubliche Auswirkungen auf die Menschen in unserem Land und besonders auf Kinder und Jugendliche hat.

Dass in so einem großen Verband auch einmal Diskussionen stattfinden, ist ganz normal. Wir haben mit der Politik eines gemeinsam: Wenn es Diskussionen gibt, dann sind sie immer in allen Facetten öffentlich. Wir haben allerdings die Kraft, das zum richtigen Zeitpunkt auch zu beenden und uns auf das zu konzentrieren, was wirklich wichtig ist, nämlich die Vorbereitung dieser Weltmeisterschaft.

Wir beim Deutschen Fußball-Bund wissen, was wir der Mannschaft schuldig sind. Wir haben einen großartigen Bundestrainer. Wir haben ein Team, das heute aus vielen Personen besteht, um eine Mannschaft richtig vorzubereiten. Jogi Löw hat vor einiger Zeit einmal gesagt, und ich unterstreiche das: Wir werden uns weltmeisterlich auf dieses Turnier vorbereiten! Es ist natürlich klar: Was dabei zum Schluss herauskommen wird, weiß man nie. Aber wir werden uns anstrengen und mit dem notwendigen Ehrgeiz und dem notwendigen Engagement ‑ wissend, dass es nicht nur um Fußball, sondern um sehr viel mehr geht ‑ dabei sein.

Wir möchten auch ‑ das will ich in dieser Deutlichkeit sagen, und deshalb ist heute auch Horst Schmidt dabei ‑ einen Beitrag für Afrika und Südafrika leisten; das ist uns wichtig. Es wird mir zurzeit leider viel zu viel dumm geschwätzt in Deutschland. Wir sollten ein wenig Respekt vor einem Gastgeberland haben, das sich anstrengt und das diese WM natürlich unter anderen Voraussetzungen vorbereitet, als wir sie vielleicht in Deutschland hatten. Aber all diejenigen, die uns vor vier Jahren schon begleitet haben, wissen, dass es auch in diesem Land große Schwierigkeiten gab. Es war nicht immer so, dass eitel Sonnenschein herrschte.

 Der begann eigentlich erst mit dem Eröffnungstag in München. Das war dann der Beginn eines tollen Ereignisses. Wir alle sind verpflichtet ‑ ich freue mich, dass sich Horst Schmidt der für ihn auch schweren, strapaziösen Aufgabe angenommen hat ‑, den Menschen in Afrika zu helfen. Das betrifft nicht nur Südafrika, sondern sehr viel mehr. Wir müssen erreichen, dass die Südafrikaner und die Afrikaner am Ende dieser WM ein Stück weit stolz auf ihren Kontinent sein können; denn er hat es wirklich verdient.

Diese WM ist also eine sportlich tolle Herausforderung. Wir freuen uns darüber, wenn Sie kommen. Sie haben uns ja immer Glück gebracht und sind so begeistert dabei, dass ich denke, dass wir dort auch einen guten Weg in diesem Turnier machen können. – Nochmals vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich auf die Gespräche. Ich darf, wenn Sie einverstanden sind, unseren Bundestrainer bitten, den Medien auf dem Weg zum Weltmeistertitel noch ein paar Worte zu verraten.

Löw: Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Bundeskanzlerin, zunächst einmal herzlichen Dank für diese Einladung, natürlich auch im Namen von Oliver Bierhoff, uns Trainern und der Mannschaft! Für uns ist es eine große Ehre, hier bei Ihnen sein zu dürfen, und natürlich auch eine große Freude.

Ich persönlich erinnere mich auch an die Momente bei der Weltmeisterschaft 2006, als Sie bei uns im Hotel waren, mit uns zu Abend gegessen haben, wir zusammen ein Glas Wein getrunken und mit den Spielern gesprochen haben. Wir waren auch nach der Europameisterschaft hier bei Ihnen eingeladen. Ich weiß, welch große Sympathie Sie natürlich auch bei unserer Mannschaft und den Spielern genießen.

Ich denke, auf dem Weg nach Südafrika gab es in den letzten Tagen sicherlich einige Irritationen, die wir natürlich alle sehr bedauern. Wir werden uns, denke ich, in den nächsten Tagen natürlich wieder darauf konzentrieren müssen, eben eine klare Vorbereitung für diese WM zu haben. Wir haben dieser Tage auch schon begonnen, uns mit dem Trainerstab zusammenzusetzen und nochmals die Marschroute festzulegen.

Was mir persönlich sehr wichtig erscheint, ist, dass unsere Mannschaft bei diesem Turnier nicht nur sportlich sehr sympathisch auftritt und im Gastgeberland viele Sympathien genießt. Wir waren beim Confederations Cup und bei einigen anderen Gelegenheiten in diesem Land, und ich habe gespürt und festgestellt, welch großen Stolz diese Leute haben und welch große Freude herrscht, dass sie das Turnier in Südafrika zugesprochen bekommen haben. Wir als Mannschaft haben den Auftrag, nach Südafrika zu fliegen und dort eben auch die Botschaft zu vermitteln und herüberzubringen: Wir Deutschen kommen gerne nach Südafrika! Wir freuen uns unheimlich, und wir wollen dort natürlich auch ein sehr positives Bild abgeben, nicht nur, was die Ergebnisse oder die Spielweise betrifft, sondern auch, was das gesamte Auftreten unserer Mannschaft betrifft. Wir vertreten nicht nur den DFB. Wir vertreten die deutsche Nation. Wir vertreten Deutschland und damit eben auch viele Millionen Fans. Da haben wir, denke ich, schon eine große Verantwortung und eine große Motivation, das zu erreichen.

Wir freuen uns also auf dieses Turnier und eben auch darauf, dass wir es erfolgreich bestreiten, dass wir in dem Gastgeberland große Sympathien als eine Mannschaft gewinnen können, die dort sympathisch auftritt, die dort die Menschen mit Teamgeist mitnimmt, die auch mit Leidenschaft in diesem Turnier spielt und eben versucht, diese Werte im Ausland zu vermitteln.

Ich möchte Ihnen, liebe Bundeskanzlerin, ein neues Trikot mit den Unterschriften der Mannschaft überreichen!