(Die Ausschrift des fremdsprachlichen Teils erfolgte anhand der Konsekutivübersetzung.)
BK´in Merkel: Meine Damen und Herren, ich freue mich, dass ich Staatspräsident Alijew heute hier bei uns in Berlin begrüßen kann. Nach seinem letzten Besuch im Februar 2007 ‑ das ist schon fast drei Jahre her ‑ hält er sich wieder einmal in Berlin auf.
Insbesondere haben wir ein Interesse, die Energiebeziehungen auszubauen. Das kann eine win-win-Situation sein, denn auf der einen Seite verfügen wir über das technische Know-how, das gebraucht wird, um ein modernes Energiesystem aufzubauen. Auf der anderen Seite verfügt Aserbaidschan insbesondere über Erdgas. Deshalb hat auch das Projekt "Nabucco" natürlich eine herausragende Bedeutung für uns. Genau darüber werden wir heute auch sprechen.
Wir werden heute über die wirtschaftlichen Projekte sprechen ‑ eben auch über "Nabucco" ‑, aber genauso auch über die Entwicklung der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Aserbaidschan. Auch hier ist Deutschland bereit, in einem engen Kontakt mit Aserbaidschan zu stehen und den Aufbau von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu befördern.
Noch einmal herzlich willkommen, Herr Präsident!
P Alijew: Vielen Dank, Frau Bundeskanzlerin. Zunächst möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken, dass Sie mich nach Berlin eingeladen haben. Sie haben richtig gesagt, dass wir schon einmal vor drei Jahren zusammengetroffen sind. Ich will meinerseits hervorheben, dass drei Jahre vergangen sind und dass sich innerhalb dieser drei Jahre unsere Beziehungen sehr intensiv entwickelt haben und vieles ausgebaut wurde.
Die politischen Beziehungen befinden sich auf einem guten Niveau. Unser gegenseitiges Interesse an wirtschaftlichen Projekten wird immer größer. Ich will als Fakt hierfür nennen, dass derzeit über 100 deutsche Unternehmen bei uns tätig sind. Wir sind daran interessiert, diese wirtschaftliche Zusammenarbeit zu vertiefen. Wir verfügen dafür über ein gutes Potenzial und gute Möglichkeiten.
Derzeit erlebt unsere Republik einen Modernisierungsprozess. Das umfasst fast alle wichtigen Bereiche in unserer Republik. Wir haben einen Bedarf an Technologie-Know-how. Dieses bekommen wir sicherlich aus Deutschland. Aserbaidschan ist seinerseits bereit, einen bedeutenden Beitrag bei der Lösung der Energiesicherheit Europas zu leisten.
Wir werden uns auch über "Nabucco" austauschen. Sie haben dieses Projekt erwähnt. Ich will sagen, dass wir dieses Projekt unterstützen. Ich kann sagen, dass in der letzten Zeit die Intensivierung der Realisierung dieses Projekts eine positive Dynamik bekommen hat. Was in Aserbaidschan bezüglich der Kommunikationswege und Transportwege realisiert wurde ‑ das betrifft vor allem die Gasleitungen ‑, dient heute als guter Nährboden für die Realisierung der weiteren Pipelines wie "South Stream" und der anderen.
Wir haben uns auch dem EU-Programm "Ostpartnerschaft" angeschlossen. Ich kann sagen, dass infolge der in diesem Rahmen durchgeführten Reformen und Maßnahmen die politische und ökonomische Entwicklung bei uns noch eine intensivere Dynamik erfahren wird. Der Demokratisierungsprozess wird weiter gehen.
Ich will zusammenfassend sagen, dass die bilateralen Beziehungen zwischen unseren Ländern eine breite Basis haben. Das umfasst viele Bereiche. Ich kann sagen, dass sich nach unserer heutigen Begegnung die Entwicklung dieser Beziehungen noch weiter intensivieren wird.
