Freitag, 20. August 2010
Zukunftsmarkt Biotechnologie
Die Bundesregierung will den Biotechnologie-Standort Deutschland an die europäische Spitze führen. Nicht nur hinsichtlich der Zahl der Unternehmen, sondern auch bei den Umsatz- und Beschäftigtenzahlen.
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Biotechnologie wird Zukunftsmarkt
Foto: picture alliance / dpa
„Wir müssen dafür sorgen, dass die besten Köpfe in diesem Land ihr Betätigungsfeld finden“, fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sven Klussmann ist ein Beispiel für einen erfolgreichen Wissenschaftler, der seine Ideen in Deutschland umsetzt.
Doktorarbeit als Geschäftsgrundlage
Vor 13 Jahren gründete der Biochemiker mit anderen zusammen die Noxxon Pharma AG. Grundlage für das junge Unternehmen war seine Doktorarbeit. Die darin untersuchten Moleküle versprechen eine Grundlage für neuartige Arzneimittel unter anderem gegen Tumorzellen und Viren zu werden. "Es war in den letzten 13 Jahren oft nicht einfach, aber die Förderung aus dem Bundesforschungsministerium war schon sehr hilfreich", sagt er.
Der Weg von einer neuen Substanz bis zum zugelassenen Arzneimittel dauert meist etwa 10-15 Jahre. Zwei Substanzen der Firma befinden sich derzeit in der klinischen Erprobung. Klussmann ist sehr glücklich. Vor gut zwei Jahren ist es ihm gelungen, 37 Millionen Euro Kapital von Investoren zu bekommen. Damit finanziert er die erforderlichen Studien.
Mit ihm freuen sich 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seiner Firma, die schon einige Höhen und Tiefen durchlaufen hat. "Wir waren einmal 70 Leute. Vor der letzten Finanzierungsrunde war wir noch 27. Durch die neuen Mittel konnten wir wieder einstellen", so Klussmann.
Mit dem Schwerpunkt KMU-innovativ unterstützt das BMBF risikoreiche Entwicklungen von jungen Biotechnologie-Unternehmen. Rund 100 Mllionen Euro stehen dafür bereit. Zusammen mit weiteren 150 Millionen Euro privatem Kapital soll die Konsolidierung der Biotech-Branche flankiert werden.
Klein und innovativ
Klussmanns Betrieb ist typisch für die Biotechnologie-Branche. Die meisten der etwa 500 Betriebe sind sehr klein. Im Jahr 2006 beschäftigten sie insgesamt 14.150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Fast die Hälfte davon hat einen Hochschulabschluss. Rechnet man die Beschäftigten in biotechnologisch ausgerichteten Geschäftsbereichen der Pharma-, Chemie- und Saatgutunternehmen dazu, sind es insgesamt 29.000 Arbeitsplätze. Bemerkenswert: In nur einem Jahr ist die Zahl um 22 Prozent gestiegen.
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Mikroorganismen in der Arzneimittelproduktion
Foto: Boehringer Ingelheim
Mit der Initiative "BioIndustrie 2021" bezweckt das Bundesforschungsministerium (BMBF), Ideen und Forschungsergebnisse der "weißen Biotechnologie" schneller in marktfähige Produkte zu bringen. Bis 2011 fließen bis zu 60 Millionen Euro an Fördermitteln in diesen Bereich. Mit zusätzlichen Mitteln aus der Wirtschaft sollen Forschungs- und Entwicklungsprojekte in einem Gesamtvolumen von über 150 Millionen Euro finanziert werden.
Für die Fördermaßnahme "Nanobiotechnologie" stehen für die Jahre 2000 bis 2010 insgesamt bis zu 60 Millionen Euro bereit. Die Nanobiotechnologie zielt darauf ab, biologische Prozesse grundlegend zu verstehen und winzig kleine Bausteine zu erzeugen.
Mit den Schwerpunkten BioChance und BioChancePlus unterstützt das BMBF risikoreiche Entwicklungen von jungen Biotechnologie-Unternehmen. Rund 100 Mllionen Euro stehen dafür bereit. Zusammen mit weiteren 150 Millionen Euro privatem Kapital soll die Konsolidierung der Biotech-Branche flankiert werden.
Gründungsbereite Forscherteams aus der Biotechnologie werden in den nächsten Jahren mit 150 Millionen Euro unterstützt. Die Gründungs-Offensive "GO-Bio" soll sie ermuntern, neue Verfahren in den Biowissenschaften zu entwickeln und eine kommerzielle Verwertung vorzubereiten. In den ersten drei Auswahlrunden wurden bereits 28 Teams ausgewählt, die im Mittel je 2,2 Millionen Euro erhalten.
