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Integrationsbeauftragte

Sonntag, 7. März 2010

Pressemitteilung: 
72/10
Ausgabejahr: 
2010

Staatsministerin Böhmer fordert echte Chancengleichheit für Migrantinnen auf dem Arbeitsmarkt

Staatsministerin Maria Böhmer hat verstärkte Anstrengungen gefordert, um mehr Frauen aus Zuwandererfamilien den sozialen Aufstieg zu ermöglichen. „Chancengleichheit darf nicht nur auf dem Papier stehen. Wir brauchen eine Offensive für eine wirkliche gleichberechtigte Teilhabe. Besonders wichtig ist es, mehr Migrantinnen eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt zu bieten - auch in Führungspositionen“, forderte Böhmer anlässlich des Weltfrauentages.

„Junge Frauen erreichen mittlerweile bessere Bildungsabschlüsse als junge Männer - das gilt für Einheimische wie auch für Migrantinnen. Mit ihren sprachlichen, sozialen und kulturellen Kompetenzen sind junge Migrantinnen für Unternehmen im internationalen Wettbewerb ein großer Gewinn. Das gilt es zu nutzen. Vielfalt ist eine Chance - gerade angesichts des demografischen Wandels“, so Böhmer. „Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, bei der Anerkennung von ausländischen Abschlüssen voranzukommen. Viele qualifizierte Frauen aus Zuwandererfamilien können ihr Wissen bisher nicht bei uns einbringen. Diese Migrantinnen fühlen sich jeden Tag ein Stück weit mehr abgelehnt. Deshalb brauchen wir dringend ein Anerkennungsgesetz noch in diesem Jahr“, forderte Böhmer.

“Für eine größere Chancengleichheit müssen wir zugleich die Migrantinnen unterstützen, denen die Voraussetzungen für den Zugang zum Arbeitsmarkt fehlen. Unverzichtbar sind deutsche Sprachkenntnisse sowie eine fundierte Bildung und Ausbildung. In den Integrationskursen des Bundes erhalten Zuwanderer die Möglichkeit, Deutsch zu lernen. Zwei Drittel der etwa 500.000 Teilnehmer seit 2005 sind Frauen - viele von ihnen belegen die Kurse freiwillig. Um noch mehr Migrantinnen anzusprechen, werden die Kurse jetzt auch direkt an Schulen und Kindergärten angeboten. Dadurch sinkt für viele die Hemmschwelle für eine Teilnahme. Spezielle Kurse für Frauen erleichtern Müttern zudem die Teilnahme durch das Angebot einer Kinderbetreuung“, erklärte die Staatsministerin.

„Wir dürfen aber auch die Migrantinnen nicht vergessen, denen Entfaltungsmöglichkeiten völlig verwehrt bleiben. Sie leben in Zuwandererfamilien, die traditionelle Strukturen ihres Herkunftslandes übernommen haben. Die Gleichberechtigung mit den männlichen Familienmitgliedern zählt nicht dazu! Wir müssen alles daran setzen, diese Frauen zu stärken. Jede Einzelne hat das in unserem Grundgesetz verankerte Recht, ein selbstbestimmtes Leben führen zu können“, so Böhmer.

„Dabei hoffe ich insbesondere auf die Mitwirkung der Migranten-organisationen. Sie können in die Migrantenfamilien das wichtige Signal aussenden: In Deutschland sind Männer und Frauen gleichberechtigt. Dazu gehört, dass Frauen vor Gewalt in der Familie geschützt werden. Hier müssen wichtige Hilfen auch aus dem Bereich der Migranten kommen. Als Beispiel nenne ich die Kampagne „Gegen häusliche Gewalt“ der türkschen Zeitung Hürriyet, die eine eigene Hotline zu dem Thema geschaltet

hat“, erklärte die Staatsministerin.