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Europa-Lexikon

Europäische Freihandelszone (Efta) 

Auf Initiative Großbritanniens, das auf Grund seiner damaligen weltweiten Interessen noch nicht Mitglied in der damaligen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft werden wollte, wurde in der Stockholmer Konvention vom 4. Januar 1960 die Europäische Freihandelszone (European Free Trade Association, Efta) gegründet.
 
Mitgliedstaaten waren damals Dänemark, Großbritannien, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden und die Schweiz. 1970 traten Island, 1986 Finnland und 1991 Liechtenstein der Efta bei.
 
Die Mehrheit der Mitgliedstaaten der EG sahen ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit allerdings nur als Zwischenschritt für eine spätere vertiefte Zusammenarbeit auch in anderen Politikbereichen an. Das lehnten die Efta-Staaten ab. Sie wollten lediglich eine enge wirtschaftliche Kooperation, ein weitergehendes Zusammenwachsen lehnten sie ab.
 

Übertritt vieler Mitglieder zur Europäischen Gemeinschaft

 
Die wirtschaftliche Entwicklung der Efta-Staaten hinkte allerdings bald hinter der der EG-Mitgliedstaaten her. 1973 entschieden daher Großbritannien und Dänemark, Mitglieder der EG zu werden. Im Verlauf der Siebziger und Achtziger Jahre kam es zu bilateralen wirtschaftlichen Kooperationen mit einzelnen Efta-Staaten und der EG, so dass die Bedeutung der Efta als "Konkurrenz" zur EG zunehmend schwand. 1986 trat schließlich auch Portugal aus der Efta aus und in die EG ein.
 
Nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Diktaturen in Osteuropa 1989/90 veränderte sich die politische Rahmenbedingungen in Europa maßgeblich. Die EG wurde das neue Kraftzentrum des Kontinents.
 
Die Efta-Staaten waren daher bereit, mit der EG einen Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) zu schaffen, der die Regeln des Binnenmarktes auf die Efta-Staaten anwendet. Da die EG bzw. ab 1993 die EU (Europäischen Union) den EWR dominierte und ihm seine Regeln aufzwang, sahen sich die Efta-Staaten zunehmend eines gestalterischen Einflusses beraubt. 
 
Finnland, Österreich und Schweden traten schließlich der EU 1995 bei. In Norwegen lehnte die Bevölkerung in einem Referendum die von der Regierung angestrebte EU-Mitgliedschaft aber ab. Auch die Schweizer Regierung konnte sich innerhalb ihres Landes nicht mit der Idee eines EU-Beitritts durchsetzen.
 

Die Efta heute

 
Seit 1995 besteht die Efta daher nur noch aus Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz. Die Efta-Staaten sind, mit Ausnahme der Schweiz, Teil des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR).
 
Organe der Efta sind
 
  • der Efta-Rat (Runde von Ministern und Fachbeamten) 
  • das Efta-Sekretariat in Genf (Verwaltung der Efta) 
  • ein parlamentarisches Komitee (lose Zusammenarbeit von Abgeordneten der Mitgliedsstaaten).