Mittwoch, 8. September 2010
Deutschlandstipendium auf den Weg gebracht
Damit das Hochschulstudium noch attraktiver wird, gibt es ab Sommersemester 2011 ein nationales Stipendienprogramm: das Deutschlandstipendium. Gute Bildung darf nicht am Geld scheitern.
Im Wintersemester 2009/2010 stieg die Studienanfängerquote zwar auf 43 Prozent an. Dennoch ist der Anteil der Studierenden im internationalen Vergleich immer noch zu gering. Das ist auch eine der Kernaussagen der neuesten Studie „Bildung auf einen Blick“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Da qualifizierte Fachkräfte gebraucht werden, müssen alle Potenziale und Talente genutzt werden. Die Studie zeigt zudem, dass das durchschnittliche Einkommen eines Hochqualifizierten um 67 Prozent höher liegt als das eines beruflich Qualifizierten.
Deshalb stärkt die Bundesregierung auch die Stipendienangebote in Deutschland. Das Bundeskabinett hat beschlossen, dass der Bund die Kosten des öffentlichen Anteils am neuen Stipendienprogramm vollständig übernimmt. Außerdem erhofft sich die Bundesregierung davon eine bessere Stipendienkultur in Deutschland.
Bundesbildungsministerin Annette Schavan appellierte an die Länder, nunmehr auch der von der Bundesregierung vorgeschlagenen Erhöhung des BAföGs um zwei Prozent zuzustimmen. Denn Begabtenförderung und Breitenförderung ergänzen sich.
Mehr Stipendien
Der Anteil der Stipendiaten in Deutschland soll von derzeit zwei Prozent auf zehn Prozent steigen. Alle staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen sollen deshalb die Möglichkeit erhalten, einen entsprechenden Anteil ihrer Studierenden zu fördern.
Das Stipendium beläuft sich auf 300 Euro monatlich. Bereits zum Sommersemester 2011 sollen die ersten Stipendiaten dieses Geld zur Verfügung haben. Die Stipendien werden nach Begabung und einkommensunabhängig vergeben. Auch soziale Aspekte wie bildungsferne Herkunft, Migrationshintergrund oder eine Behinderung werden berücksichtigt. Studierende profitieren davon, dass die Stipendien nicht auf das BAföG angerechnet werden.
Wirtschaft und Private beteiligen sich
Die Hochschulen werben die Stipendienmittel bei Wirtschaft und Privaten ein. Der Bund stockt den Betrag in gleicher Höhe auf. Alle staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen sollen die Möglichkeit erhalten, einen entsprechenden Anteil ihrer Studierenden zu fördern. Für 2011 sind zehn Millionen Euro für 10.000 Stipendiaten vorgesehen.
