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Mittwoch, 9. Februar 2011

Entwicklungspolitik in die Wirtschaft tragen

In Berlin ist das 20-jährige Bestehen der Organisation „sequa“ und die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der deutschen Entwicklungspolitik in der Nachhaltigen Wirtschaftsförderung gewürdigt worden.

Junge Vietnamesen des Berufsbildungszentrums Hung Yen in Vietnam an der Drehbank.Bild vergrößern Berufsbildung aus Deutschland Foto: Version / Maro

In seiner Festrede verdeutlichte Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel die wichtige Rolle der deutschen Wirtschaft für eine erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit.

Umgekehrt ist das entwicklungspolitische Engagement der Bundesregierung auch im Interesse der deutschen Wirtschaft. Mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit interkultureller Erfahrung sowie seinen sozialen und institutionellen globalen Netzwerken stellt die Entwicklungszusammenarbeit einen wertvollen Partner für die deutsche Wirtschaft dar.

„Bereits die Gründer der sequa hatten die Vision, zum größtmöglichen gemeinsamen Nutzen von Entwicklungszusammenarbeit und Wirtschaft zu kooperieren. Heute sehen wir, dass diese Partnerschaft eine große Zukunft hat“, so Niebel.

sequa ist eine gemeinnützige global tätige Entwicklungsorganisation. Sie unterstützt die Entwicklung des Privatsektors und seiner Einrichtungen sowie die Qualifizierung von Fach- und Führungskräften. Ihre Programme und Projekte werden mit öffentlichen und privaten Mitteln finanziert und orientieren sich am Leitbild der sozialen Marktwirtschaft.
Ziel von sequa ist es, die Lebens- und Arbeitsbedingungen möglichst vieler Menschen in den Transformations- und Entwicklungsländern zu verbessern. Dies kann nur in Zusammenarbeit mit in- und ausländischen Partnern realisiert werden. Die wichtigsten Projektpartner von sequa sind Kammern, Verbände, Bildungseinrichtungen und Unternehmen.


Entwicklungspartnerschaften mit Unternehmen fördern

Ein wichtiges Standbein von sequa sind Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft. Dafür hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) das Programm develoPPP.de ins Leben gerufen.

Seit nunmehr 10 Jahren ist sequa Durchführungsorganisation des BMZ für das develoPPP.de Programm. Damit unterstützt sequa Projekte von Unternehmen, die sich für nachhaltige Entwicklung in den Partnerländern des BMZ engagieren, so genannte Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft. Vor 2009 war es als Public-Private–Partnership (PPP) – Programm bekannt.

Berufsbildungspartnerschaften

Das deutsche duale Berufsausbildungssystem gilt weltweit als vorbildlich. sequa und interessierte deutsche Kammern bringen diese Kompetenz verstärkt in die Entwicklungszusammenarbeit vor Ort ein. Denn auch in Entwicklungs- und Schwellenländern gilt: Berufsbildung schafft Zukunft. Dafür habe, so Niebel, sein Ministerium und sequa ein neues Programm „Berufsbildungspartnerschaften der deutschen Wirtschaft“ entwickelt.

„Gestalten Sie Entwicklung mit uns mit“, so Minister Niebel. „Denn die staatliche Entwicklungspolitik kann die immensen Herausforderungen, die sich für unsere Partnerländer aus der Globalisierung ergeben, nicht allein stemmen. Dafür brauchen wir die Wirtschaft.“ So könnten beispielsweise Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit gemeinsam maßgeschneiderte Förderprogramme für deutsche Partnerländer in Gang setzen.

Breitenwirksame Wirtschaftsentwicklung sei ein Schlüssel zur nachhaltigen Armutsreduktion. Neben der GIZ-Beteiligung an sequa haben wir bereits vieles unternommen, um eine engere Verzahnung von Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit herbeizuführen“, hob Niebel hervor.

sequa repräsentiert über ihre Gesellschafter 4,5 Millionen Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland. Gesellschafter sind der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sowie die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

Die Beteiligung des Bundes durch die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), soll die Kompetenzen der sequa für die deutsche Wirtschaft noch stärken.