Dienstag, 15. Juni 2010
Wirtschaftliche Erholung auf stabilem Kurs
Die Wirtschaft arbeitet sich aus der Krise heraus. Es bleibt zwar einige Unsicherheit. Produktion und Auftragseingänge vermelden jedoch stabile Zuwächse. Dieses Gesamtbild vermitteln die Meldungen aus der Wirtschaft Mitte Juni.
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Export kurbelt Wirtschaft an
Foto: Sebastian Bolesch
Der „Export hievt die Wirtschaft aus der Krise“. Zu diesem Schluss kommt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in seiner Konjunkturumfrage Frühsommer 2010. "Die Konjunkturerholung beschleunigt sich – und das über alle Wirtschaftszweige hinweg", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben in Berlin.
Der Umfrage liegen mehr als 22.000 Unternehmensantworten zugrunde. Ihr zufolge weiten die Firmen ihre Investitionen in Deutschland aus und verbessern auch ihre Beschäftigungspläne.
Mehr Optimisten als Skeptiker
28 Prozent der Unternehmen bewerten die Lage als gut und nur 18 Prozent als schlecht. Damit überwiegen die guten Lageurteile wieder die schlechten, hieß es beim DIHK. Auch hätten die Konjunkturoptimisten mit 33 Prozent wieder eine Mehrheit gegenüber den Skeptikern mit 14 Prozent.
Ausfuhren sind Konjunkturlokomotive
Diese erfreuliche Situation ist vor allem der guten Entwicklung der Ausfuhren zu verdanken. "Der Export erfüllt einmal mehr seine Rolle als Zugpferd und hievt die Wirtschaft aus der Krise", sagte Wansleben. Dabei hilft auch „die derzeitige Euroschwäche".
Der Arbeitsmarkt bleibt robust
"Mit einem Rückschlag auf dem Arbeitsmarkt rechnen wir nicht mehr", betonte Wansleben. 2010 werden nach Einschätzung des DIHK durchschnittlich 3,2 Millionen Menschen arbeitslos sein.
Alles in allem habe "2010 das Potenzial, ein gutes Jahr zu werden", so der DIHK. Die Organisation sieht ihre Prognose von 2,3 Prozent für das Wirtschaftswachstum 2010 bestätigt.
Die Bundesregierung erwartet in ihrer Frühjahrsproduktion für 2010 ein Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent. Die Bundesagentur für Arbeit meldete im Mai mit 3,242 Millionen die niedrigste Arbeitslosigkeit seit 1992.
ZEW-Konjunkturerwartungen schwächer
Die Mannheimer Konjunkturexperten des ZEW melden ein Absinken der Erwartungen. Danach ist ihr einschlägiger Indikator von 45,8 Punkten auf 28,7 Punkte gefallen.
Das Institut rechnet damit, dass sich die Erholung zum Jahresende abschwächt. Es bleibt aber bei einem insgesamt positiven Ausblick. Gleichwohl drückt die Unsicherheit wegen der Schuldenkrise und Sparmaßnahmen die Stimmung.
Produktion und Auftragseingänge wachsen
Die Erhebungen des Statistischen Bundesamtes zeigen Wachstum bei Erzeugung und Auftragseingängen. Die Erzeugung in der Industrie stieg im Zweimonatsvergleich März/April gegenüber Januar/Februar um 4,7 Prozent. Die dynamischen Bereiche innerhalb der Industrie sind weiterhin die Vorleistungs- und Investitionsgüterhersteller mit Produktionszunahmen von 5,2 beziehungsweise 5,3 Prozent.
Beim Vergleich mit dem Vorjahr lag die Industrieproduktion um 11,9 Prozent über dem Stand des Vorjahres. Und dem Bauhauptgewerbe ging es um 2,7 Prozent besser.
Die Auftragseingänge in der Industrie überschritten im März/April kalenderbereinigt Ihren Vorjahresstand um 27,8 Prozent. Die Inlandsaufträge notierten dabei um 24,4 Prozent, die Auslandsbestellungen um 30,9 Prozent über Vorjahresniveau.
Nach Einschätzung des Bundeswirtschaftsministeriums zeichnet sich damit für die Industrie eine Fortsetzung und Festigung der Erholung ab.
