Für immer mehr Menschen bedeutet das Internet sozusagen einen neuen Lebensraum. Viele persönliche Daten fließen ins Netz. Nur so sind bestimmte Dienste überhaupt nutzbar: als Mitglied von Foren und sogenannten Communities, als Kunde beim Online-Banking oder schlicht beim Online-Shopping. Doch wie sicher sind diese Daten?
Safer Internet Day 2010
Vertrauen, Schutz und Datensicherheit zu gewährleisten, ist in der digitalen Welt ein zentrales Anliegen von Verbraucherpolitik und Wirtschaft. Denn das Nutzen von Daten ist die Voraussetzung für innovative Angebote, die allen Seiten gleichermaßen zu gute kommen.
Anlässlich des "Safer Internet Day" der Europäischen Union zeigten sich Fachleute des Bundesverbraucherministeriums und des IT-Branchenverbandes Bitkom einig darüber, dass das Datenschutzrecht weiter an die digitale Entwicklung angepasst werden müsse.
Bundesministerin Aigner forderte eine Stärkung der Verbraucherrechte: "Der Grundsatz, dass Daten nur mit Einwilligung der Betroffenen verwendet werden dürfen, muss weiter gestärkt werden." So sollten Nutzer auch das Recht behalten, Daten wieder zu löschen. Ein Kopierschutz müsse zum Standard gehören, ebenso sicherheitsfreundliche Voreinstellungen. Nutzerinnen und Nutzer sollten nicht erst aktiv werden müssen, wenn sie mit der Weitergabe ihrer Daten nicht einverstanden sind.
Neue Untersuchung zu persönlichen Daten
Im vergangenen Jahr haben 40 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren, das sind 28 Millionen Bundesbürgerinnen und -bürger, persönliche Informationen wie Profile, Bilder und Gedanken im Internet veröffentlicht. Das ergab eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag des Bitkom. 2008 waren es erst 23 Prozent gewesen. 60 Prozent aller Internetnutzer gehören heute "Communities" an, unter den 14- bis 29-jährigen sogar neun von zehn Surfern.
Zur Abwehr der zahlreichen Datenabfragen im Internet und um unerkannt zu bleiben, macht ein Teil der Internetnutzer bewusst falsche Angaben. Jeder vierte Surfer ab 14 Jahren gibt unwahre Daten ein, so die Ergebnisse der Umfrage. Das entspricht 12 Millionen Deutschen. Meist werden Name und Alter falsch angegeben.
Dennoch tut immer noch Aufklärung not, wie die Menschen ihre Privatsphäre online besser schützen können. Gerade unter jungen Menschen gilt es, ein Bewusstsein für die Folgen zu schaffen, die mit der Preisgabe persönlicher Daten verbunden sein können. Um Jugendliche dafür stärker zu sensibilisieren, betreibt die Bundesverbraucherschutzministern die Jungendkampagne "watch your web".
Empfehlungen für PC-Nutzer
Zum Schutz der Privatsphäre und zur IT-Sicherheit gilt grundsätzlich: Weniger ist mehr - gerade beim Umgang mit persönlichen Daten. Denn das Internet "vergisst" nichts. Die meisten Daten bleiben auf ewig erhalten und auffindbar. Mit Pseudonamen kann man seine Privatsphäre zum Beispiel schützen. Private Adressen und Telefonnummern sollte man möglichst nicht angeben.
So empfehlen die Fachleute, in Formularen tatsächlich nur jene Informationen einzugeben, die zur Nutzung der Dienste unbedingt erforderlich sind, so genannte "Pflichtfelder". Ebenso wichtig sind sorgfältig gewählte Passwörter und aktuelle Sicherheitsprogramme für den PC.
