Höhepunkt der zweiten Afrika-Reise des Ministers wird das Richtfest des Ohorongo-Zementwerks in der Region Otavi. Es ist die größte Direktinvestition eines deutschen Familienunternehmens seit der Unabhängigkeit Namibias im Jahre 1990.
Das Zementwerk, das von der Schwenk Zement KG Ulm initiiert wurde, wird das erste seiner Art in Namibia sein. Ab dem Jahr 2011 soll es etwa 700.000 Tonnen Zement pro Jahr produzieren. Mit ihm werden etwa 300 direkte und bis zu 2.000 indirekte Arbeitsplätze geschaffen. Die Gesamtinvestition von 254 Millionen Euro wird etwa zur Hälfte über Entwicklungsbanken ko-finanziert. Daran sind vor allem die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft sowie die Europäische Investitionsbank beteiligt.
Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung fördern
Foto: Schwenk Zement KG
Deutschland ist bereit, das Land bei der Bewältigung seiner vor ihm liegenden Reformaufgaben kooperativ zu begleiten. Deshalb unterstützt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit die namibische Regierung unter anderem bei der Verbesserung wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Denn auch 20 Jahre nach der Unabhängigkeit von Südafrika ist Namibia weiterhin eine in Arm und Reich gespaltene Gesellschaft. Die Arbeitslosigkeit in Namibia ist mit 38 Prozent extrem hoch.
Deutschland ist das wichtigste Geberland Namibias. Auf die Bevölkerungszahl umgerechnet, erhält Namibia den höchsten Anteil deutscher Entwicklungshilfe in ganz Afrika. Kennzeichnend für das deutsche Engagement ist nicht nur die staatliche Entwicklungszusammenarbeit, sondern eine Vielfalt privater Initiativen und Aktivitäten von Nichtregierungsorganisationen. Seit der Unabhängigkeit des Landes beläuft sich die deutsche, staatliche und private Hilfe inzwischen auf über eine halbe Milliarde Euro.
Mit Mikrokrediten eigene Unternehmen gründen
Foto: REGIERUNGonline/Kugler
So auch ein Mikrofinanzprojekt. Mit ihm werden Kleinkredite an arme Menschen vergeben, die sonst keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen haben. Allein im Jahr 2008 erhielten so 6.000 Kunden Mikrokredite. Ein Großteil des Geldes ging an Frauen. Sie machten 92 Prozent der Kunden aus und bekamen damit die Möglichkeit ein eigenes Unternehmen zu gründen.

