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Bevölkerungspolitik ist Klimaschutzpolitik

Mi, 18.11.2009
Die Vereinten Nationen warnen: Der internationale Klimaschutz wird nur dann erfolgreich sein, wenn er die weltweite Bevölkerungsdynamik und das Thema Gesundheit stärker berücksichtigt.
So lautet die Schlussfolgerung des Weltbevölkerungsberichts 2009. Familienplanung, reproduktive Gesundheit und die Geschlechterbeziehungen sind demnach mit entscheidend dafür, ob es der Welt gelingt, sich an die Folgen der globalen Erwärmung anzupassen.
 
Gudrun Kopp, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesentwicklungsministerium betonte bei der Vorstellung des Berichts: "Klimawandel betrifft uns alle! Gerade die ärmsten Länder und dort die ärmsten und verwundbarsten Bevölkerungsgruppen, werden aber am schlimmsten unter seinen Folgen leiden." Und das, wo sie am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben.
 
Veröffentlicht wird der Weltbevölkerungsbericht jedes Jahr vom Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA). UNFPA unterstützt Entwicklungsländer dabei, Programme zur Bevölkerungsentwicklung zu erarbeiten und umzusetzen. Schwerpunkte sind dabei Familienplanung, Gesundheitsfürsorge für Mütter und Kinder, Sexualerziehung sowie Gesundheitsmaßnahmen für Heranwachsende.
 

Klimarelevant: Stabilisierung der Weltbevölkerung

 
Der Weltbevölkerungsbericht 2009 zeigt auf, wie wichtig es ist, alle Dimensionen von Entwicklung auch in der Klimadiskussion zu berücksichtigen. So spielt für wirksamen Klimaschutz langfristig auch die Stabilisierung der Weltbevölkerung eine Rolle.
 
Entscheidend dafür ist der verbesserte Zugang zur Familienplanung sowie die Gleichberechtigung der Geschlechter. 
 

Entscheidender Faktor: Frauen

 
Frauen leiden gerade in ärmeren Ländern unter Diskriminierung und sind in ihrer Entwicklung gehemmt. Nach wie vor werden in den Entwicklungsländern jährlich an die 76 Millionen Frauen ungewollt schwanger.
 
Der UNFPA-Bericht fordert deshalb, in der Klimadebatte Frauen stärker zu berücksichtigen. Auch gelte es, diese Aspekte in einem künftigen Klimaabkommen zu berücksichtigen.
 

Deutschland fördert in 30 Ländern

 
Das Bundesentwicklungsministerium fördert die Familienplanung und Gesundheitförderung von Müttern in rund 30 Partnerländern. Im Mittelpunkt steht dabei die Selbstbestimmung der Frauen und die Achtung der Menschenrechte.
 
So ist es zum Beispiel in Kenia mit der Einführung von Gesundheitsgutscheinen gelungen, die Betreuung von Geburten seitens qualifizierter Hebammen zu verbessern. Auch arme Bevölkerungsschichten erhalten so Zugang zu qualitativ hochwertigen Gesundheitsdienstleistungen.
 
Für klimarelevante Projekte und Programme stellt das Bundesentwicklungsministerim schon heute über eine Milliarde Euro pro Jahr bereit: vor allem für erneuerbare Energien und die Verbesserung der Energieeffizienz. Das Ziel: Kapazitäten vor Ort aufzubauen und Technologiekooperation zu fördern. Diese Investitionen will die Bundesregierung weiter ausbauen.

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