"Das deutsche Alterssicherungssystem bewährt sich auch in der Wirtschafts- und Finanzkrise. Der Generationenvertrag funktioniert", so Bundesarbeitsminister Jung.
Trotz der demografischen Herausforderung kommt es nicht zu einer Überforderung künftiger Beitragszahlerinnen und Beitragszahler.
Die Bundesregierung hat gemäß Paragraf 154 Sechstes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VI) jährlich bis zum 30. November einen Rentenversicherungsbericht vorzulegen. Der Bericht informiert insbesondere über die Finanzlage der Deutschen Rentenversicherung in den künftigen 15 Jahren.
Rücklage von 15,9 Milliarden Euro
Der Rentenversicherungsbericht 2009 zeigt: Für das Jahresende 2009 wird mit einer Reserve (Nachhaltigkeitsrücklage) von 15,9 Milliarden Euro in der gesetzlichen Rentenversicherung gerechnet. Dies entspricht fast einer Monatsausgabe (97 Prozent) für die Gesamtrentenzahlungen. Ende 2008 lag sie mit 15,7 Milliarden Euro fast gleich hoch.
Wegen der momentanen Wirtschafts- und Finanzkrise wird die Nachhaltigkeitsrücklage den Vorausberechnungen nach zunächst bis 2011 auf bis zu 0,7 Monatsausgaben abnehmen. Berechnungen zufolge wird die Rücklage bis zum Jahresende 2013 dann aber wieder bei etwa 0,89 Monatsausgaben liegen.
Beitragssatz stabil bei 19,9 Prozent
Dennoch bleibt der Beitragssatz zur Rentenversicherung bis zum Jahr 2014 bei 19,9 Prozent stabil. Danach wird der gesetzlich festgelegte obere Zielwert der Nachhaltigkeitsrücklage von 1,5 Monatsausgaben erreicht, so dass ab 2015 der Rentenbeitrag nach den jetzigen Berechnungen sogar wieder sinken kann. Langfristig wird der Beitragssatz jedoch ansteigen. Nach den Vorausberechnungen könnte er im Jahre 2023 schließlich 20,6 Prozent betragen.
Auch weiterhin Rentensteigerungen möglich
Nach den Modellrechnungen steigen die Renten bis zum Jahr 2023 um insgesamt rund 25 Prozent. Dies entspricht einer durchschnittlichen Steigerungsrate von gut 1,6 Prozent pro Jahr. Rentenkürzungen sind durch die Rentengarantie in jedem Fall ausgeschlossen.
>> Garantie gegen Rentenkürzungen
Das Rentenniveau vor Steuern sinkt den aktuellen Berechnungen zufolge von gegenwärtig 52 auf 47 Prozent im Jahr 2020. Der Rentenversicherungsbericht zeigt: Die gesetzlich verankerten Beitrags- und Sicherungsniveauziele werden eingehalten.
Gesetzliche Rentenversicherung – zentrale Säule der Alterssicherung
Die gesetzliche Rentenversicherung ist und bleibt die wichtigste Säule der Alterssicherung. In ihr sind rund 52 Millionen Menschen aktiv und passiv versichert. Gut 20 Millionen davon beziehen Renten.
Dennoch werden die betriebliche Altersversorgung und zusätzliche private Vorsorge immer wichtiger. Vor allem dann, wenn die Menschen ihren Lebensstandard nach Beendigung des Erwerbslebens halten wollen.
>> Interesse an zusätzlicher Altersvorsorge ungebrochen
Renten in Ost und West
Männer aus den östlichen Bundesländern hatten 2008 durchschnittlich 45 Beitragsjahre zur Rentenversicherung. Das sind knapp fünf Jahre mehr als die Beitragszeiten westdeutscher Männer. Die durchschnittlichen rentenrechtlichen Zeiten bei den Frauen lagen im Osten sogar um über elf Jahre höher als in den alten Ländern. Frauen im Westen kamen auf durchschnittlich 26,4 Beitragsjahre gegenüber 38 Jahren für Frauen aus den östlichen Bundesländern.
Die längeren und im Wesentlichen geschlossenen Erwerbsbiografien in den neuen Ländern führen zu höheren Gesamtrentenzahlbeträgen. Bei den Männern beträgt der durchschnittliche Gesamtrentenbetrag am 1. Juli 2008 955 Euro im Westen und 995 Euro im Osten; bei den Frauen ist der Unterschied mit 484 zu 674 Euro deutlich größer.
Niedrigeres Haushaltseinkommen der Rentnerinnen und Rentner im Osten
Im Unterschied dazu liegt das Netto-Haushaltseinkommen der Rentnerinnen und Rentner im Osten im Durchschnitt unter dem verfügbaren Einkommen der westdeutschen Rentnerinnen und Rentner. So verfügten 2007 in den westlichen Bundesländern Ehepaare über 65 Jahren über ein monatliches Nettoeinkommen von 2.327 Euro (im Osten 1.933 Euro), alleinstehende Männer von 1.513 Euro (Ost: 1.182 Euro) und alleinstehende Frauen von 1.198 Euro (Ost: 1.151 Euro) je Monat.
Das Haushaltseinkommen der Rentnerinnen und Rentner in den alten Bundesländern ist deshalb höher, weil sie häufiger über Einkommen aus Betriebsrenten, Versicherungen, Spareinlagen oder Immobilien verfügen.
