Donnerstag, 3. November 2011
Hundert Jahre "Traumfabrik" Babelsberg
Seit hundert Jahren werden in den Studios in Babelsberg Filme gedreht. Aus diesem Anlass präsentiert das Potsdamer Filmmuseum eine neue Dauerausstellung. Sie verfolgt von der ersten Idee bis zur Premiere alle Stadien der Filmproduktion.
Bild vergrößern
Plakat der neuen Ausstellung
Foto: Filmmuseum Potsdam/ h neun, Berlin
Die Geschichte der Filmstudios in Babelsberg begann im Herbst 1911 mit dem Bau eines Großateliers. Schon 1912 fiel die erste Klappe für den Stummfilm "Totentanz" mit Asta Nielsen in der Hauptrolle.
Ihm folgten über 3.000 Filme von Klassikern wie Josef von Sternbergs "Der Blaue Engel" bis zu neuesten internationalen Großproduktionen wie Roman Polanskis "Ghostwriter".
Größtes Filmstudio in Deutschland
Die Filmproduktion wurde von der nationalsozialistischen Filmpropaganda ebenso bestimmt wie von der Filmpolitik in der DDR. Große Unternehmen wie Bioscope, Ufa oder DEFA prägten die Entwicklung der Traumfabrik. In filmtechnischen Innovationen waren die Studios immer wegweisend – vor allem in den Bereichen Kamera und Ton.
Diese wechselvolle Geschichte wird auch in der neuen Dauerausstellung angesprochen. Für die verschiedenen Epochen stehen in der Ausstellung drei Regisseure mit ihren bekanntesten Filmen: Fritz Lang mit den „Nibelungen“ (1924), "Die Legende von Paul und Paula" - 1972 von Heiner Carow gedreht - und "Inglourious Basterds" von Quentin Tarantino aus dem Jahr 2009.
Filmproduktion in sieben Kapiteln
Bild vergrößern
In Babelsberg gedreht: Tarantinos "Inglourious Basterds"
Foto: Filmmuseum Potsdam/K.Barkmann
Vor allem geht es in der Präsentation aber um den Prozess der Filmherstellung. In sieben Kapiteln fächert die Schau alle Stadien auf: von der ersten Idee für das Drehbuch über die Besetzung und die Dreharbeiten bis hin zur Premiere.
Je 15 Schauspielerinnen und Schauspieler stehen für die vielen Stars, die Babelsberg berühmt gemacht haben. Neben Marlene Dietrich oder Angelica Domröse sind das heute zum Beispiel Christoph Waltz und Kate Winslet.
Wer nach über 1.000 Fotos und mehr als 350 Filmausschnitten noch nicht genug hat, kann in der Ausstellung aber auch selbst zum Star werden. Interaktive Module bieten die Möglichkeit, einmal selbst wie Zarah Leander zu singen oder ein virtuelles Casting zu erleben.
Vom Bund gefördert
Der Bund hat die Einrichtung der neuen Dauerausstellung mit 50.000 Euro aus dem Haushalt des Kulturstaatsministers gefördert.
