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Samstag, 1. Oktober 2011

Elektronische Gesundheitskarte kommt  

Die Krankenkassen beginnen ab Oktober 2011 die elektronischen Gesundheitskarten auszugeben. Sie unterscheiden sich optisch vor allem durch das Lichtbild des Versicherten. Noch können die neuen Karten nicht mehr als die vorherigen Gesundheitskarten. Doch das soll sich bald ändern.

Eine elektronische GesundheitskarteBild vergrößern Elektronische Gesundheitskarte Foto: picture-alliance/ dpa

Die ersten der rund 70 Millionen gesetzlich Versicherten in Deutschland erhalten ab Oktober ihre neue elektronische Gesundheitskarte. Bis zum 31. Dezember 2011 sollen 6,9 Millionen elektronische Gesundheitskarten verteilt sein.

Die elektronische Gesundheitskarte enthält vorerst die gleichen Verwaltungsdaten wie die alte Krankenversicherungskarte. Das sind:

  •        

    Name

  •      

       Geburtsdatum

  •        

    Anschrift

  •        

    Versichertennummer

  •       

      Versichertenstatus

  •        

    Geschlecht

  •        

    Zuzahlungsstatus

Weitere Informationen werden erst gespeichert, wenn die Infrastruktur weiter ausgebaut ist. Dann soll es möglich sein, über die Karte Notfalldaten wie Allergien oder chronische Krankheiten, Arztbriefe, Befunde oder die elektronische Patientenakte zu übermitteln. Bis dahin dürften noch ein paar Jahre vergehen.

Versicherte entscheiden über Zugriff

Wenn es so weit ist, entscheidet der Versicherte, auf welche Daten die Mediziner Zugriff bekommen. Geplant ist, dass Patienten auch einsehen können, welche Daten und Befunde von ihnen gespeichert sind.

Neu ist auf der Karte das Lichtbild. So kann der Versicherte leichter erkannt werden, Missbrauch wird verhindert.

Die größte Veränderung hat das „Herz“ der Karte erfahren: an Stelle eines Speicherchip ist jetzt ein Mikroprozessorchip eingebettet. Mit diesem Mini-Computer kann die Karte Verschlüsselung, Authentifizierung und digitale Signatur leisten. Informationen können sicher abgelegt werden. Unbefugte können sie selbst mit modernen Hilfsmitteln nicht lesen oder kopieren. Nur für den Arzt oder Apotheker, oder wenn der Versicherte seine PIN eingibt, sind die Informationen auf dem Chip lesbar.

Schutz vor mechanischen Einwirkungen verbessert

Auf der Rückseite der Karte ist die Europäische Krankenversicherungskarte aufgedruckt. Damit erhält der Versicherte medizinische Leistungen in 27 EU-Staaten sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz.

Insgesamt ist die neue elektronische Gesundheitskarte auch besser gegen mechanische Einwirkungen wie Wasser oder Magneten von Handtaschen geschützt als beispielsweise eine EC-Karte. Diese Anforderungen wurden von Vornherein an die Karte gestellt.

Vorbereitungen in Arztpraxen laufen

Zurzeit erhalten Praxen, Krankenhäuser und Apotheken neue Kartenlesegeräte, die sowohl die alten als auch die neuen Gesundheitskarten lesen können. Ungefähr 80 Prozent der Arztpraxen in Brandenburg, 74 Prozent der Praxen in Berlin oder 77 Prozent der Praxen in Niedersachsen sind schon mit den neuen Lesegeräten ausgestattet. Insgesamt müssen rund 123.000 Einzelpraxen, Praxisgemeinschaften, medizinische Versorgungszentrum und andere Einrichtungen mit der neuen Hard- und Software ausgestattet werden.