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Montag, 9. Mai 2011

Zensus 2011: Inventur für Deutschland

Ab dem 9. Mai wird in Deutschland gezählt. Die moderne Volkszählung Zensus 2011 ermittelt, wie viele Menschen eigentlich in unserem Land leben, wie sie wohnen und arbeiten. Gezählt wird nicht nur in Deutschland.

Ein Fragebogen zum Zensus 2011, der modernen VolkszählungBild vergrößern Wissen, was morgen zählt Foto: picture alliance / dpa

Die  Europäische Union schreibt den Mitgliedstaaten einen Zensus im Zehnjahresrhythmus vor. Die Vereinten Nationen empfehlen ebenfalls, die Bevölkerung alle zehn Jahre zu zählen. Weltweit machen mehr als 200 Staaten bei der aktuellen Zensusrunde mit.

Was bringt ein Zensus?

Ein zentrales Ergebnis der Zählung wird die amtliche Einwohnerzahl sein. Diese ist eine wichtige Grundlage für viele Entscheidungen und Planungsprozesse in Bund, Ländern und Gemeinden. Zudem bildet die Einwohnerzahl beispielsweise die Basis für den Länderfinanzausgleich, die Einteilung der Bundestagswahlkreise oder die Stimmenverteilung der Bundesländer im Bundesrat.  

Auch die Wirtschaft, die öffentliche Verwaltung und die Wissenschaft sind auf verlässliche Zahlen angewiesen.

Logo des ZensusBild vergrößern Datenerhebung in über 200 Ländern Foto: zensus2011.de

Zweites wesentliches Ziel des Zensus ist es, Informationen zum Wohnraum, zur Bildung und zum Erwerbsleben zu gewinnen. Wie viele Erwerbstätige gibt es, wie viele Menschen sind hierzulande selbstständig? Wo werden in den kommenden Jahren wie viele Kinder eingeschult? Wie viele Wohnungen gibt es in Deutschland, und wie sind sie ausgestattet? Um diese Fragen zu beantworten, sind genaue und aktuelle Strukturdaten erforderlich.

Die derzeitigen Zahlen basieren noch auf statistischen Fortschreibungen der Ergebnisse der letzten Volkszählungen. Gezählt wurde in der Bundesrepublik Deutschland zuletzt 1987 und 1981 in der DDR. Seitdem hat sich in Deutschland viel verändert. Die meisten Zahlen stimmen deshalb nicht mehr. Experten schätzen, dass die tatsächliche Bevölkerungszahl Deutschlands um rund 1,3 Millionen Menschen geringer ist als bislang angenommen.

Stichtag für den Zensus ist bei uns der 9. Mai. Das heißt, alle Ergebnisse zeigen eine Momentaufnahme zu genau diesem Termin.

Wie funktioniert der Zensus?

Beim Zensus 2011 kommt erstmals ein für Deutschland neues Verfahren zur Anwendung. Bei den bisherigen Volkszählungen wurden alle Einwohnerinnen und Einwohner befragt. Nun werden hauptsächlich Daten genutzt, die in Registern der Verwaltung vorhanden sind. Die Mehrheit der Bevölkerung wird deshalb keine Auskunft geben müssen.

Das Zensusgesetz 2011 legt genau fest, welche Daten aus welchen Verwaltungsregistern herangezogen werden dürfen. Das sind in erster Linie die Melderegister der Kommunen, die Register der Bundesagentur für Arbeit und Daten der Vermessungsverwaltung. Das reduziert den Verwaltungsaufwand für die Durchführung des Zensus als auch die Belastungen der Bürgerinnen und Bürger.

  • Bei der Bevölkerungszählung werden bundesweit nur rund zehn Prozent der Einwohner in eine "Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis" einbezogen. Für diese Befragung besucht eine Interviewerin oder ein Interviewer die Einwohner und befragt sie. Der jeweilige Termin wurde den Befragten ein bis zwei Wochen vor dem Zensusstichtag, dem 9. Mai 2011, schriftlich angekündigt.
  •  Für die Gebäude- und Wohnungszählung werden alle rund 17,5 Mio. Eigentümer von Wohnraum per Post Fragebogen zu Wohngebäuden und Wohnungen erhalten.
  • Ansonsten werden die dafür benötigten Grunddaten zur Gesamtbevölkerung aus den genannten Registern übernommen und statistisch ausgewertet. Diese werden dann anonymisiert in verlässliche neue Planungsdaten zur Bevölkerungsstruktur einfließen.

Alle Angaben müssen sich auf den 9. Mai 2011 beziehen, also wie die Situation zum Stichtag ist oder war.

Neben dem Statistikgeheimnis berücksichtigt der Zensus 2011 auch das vom Bundesverfassungsgericht festgelegte "Rückspielverbot". Danach dürfen die für die Statistik erhobenen Daten nicht an die Verwaltung gegeben werden .

Das Statistische Bundesamt bietet unter www.zensus2011.de viele weitere Informationen zur modernen Volkszählung (siehe Kontext). Mit wenigen Klicks kann sich jeder leicht ein Bild davon machen, wie der Zensus funktioniert, was er nützt – und ganz wichtig – wer eigentlich wie, warum und wann befragt wird. Hier finden sich auch Musterfragebogen, wie sie beim Zensus 2011 eingesetzt werden sollen.

Ergänzende Informationen