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Mittwoch, 13. April 2011

Entscheidung beim Freiheits- und Einheitsdenkmal

Das Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin wird künftig an die friedliche Revolution im Jahr 1989 und die Wiedererlangung der Deutschen Einheit erinnern. Gestaltet wird es von der Stuttgarter Agentur Milla und Partner in Zusammenarbeit mit der Choreographin Sasha Waltz.

Entwurf von Milla und Partner/Sasha Waltz für das Freiheits- und Einheitsdenkmal - NachtperspektiveBild vergrößern Entwurf von Milla und Partner/Sasha Waltz für das Freiheits- und Einheitsdenkmal Foto: Milla und Partner, Stuttgart

Der Entwurf von Milla und Partner/Sasha Waltz trägt den Titel "Bürger in Bewegung". Er sieht eine große leicht gewölbte Schale vor, die auf dem historischen Sockel des ehemaligen Kaiser Wilhelm Denkmals ruht.

Sie ist begehbar und kann von mehreren Besucherinnen und Besuchern in eine langsame, sanfte Bewegung versetzt werden. Dadurch verweist sie auf die friedliche Bürgerbewegung, die die Wiedervereinigung ermöglicht hat.

Die Innenseite des Objekts soll die Widmung „Wir sind das Volk. Wir sind ein Volk.“ tragen. Auf der Außenseite sind bildliche Darstellungen geplant, die an die Friedliche Revolution und die wiedergewonnene Deutsche Einheit erinnern.

Milla und Partner/Sasha Waltz, Entwurf Freiheits- und Einheitsdenkmal, Perspektive vom SchlossBild vergrößern Freiheits- und Einheitsdenkmal, Perspektive vom Schloss Foto: Milla und Partner, Stuttgart

Kulturausschuss begrüßt Entscheidung

Die Entscheidung für den Entwurf von Milla und Partner/Sasha Waltz hat Kulturstaatsminister Bernd Neumann in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung als Auslober des Wettbewerbs getroffen. Im Ausschuss für Kultur und Medien des Deutschen Bundestags wurde diese Entscheidung von den Fraktionen der CDU/CSU, der SPD und der FDP heute ausdrücklich begrüßt.

"Wir sind nach intensiver Diskussion über die drei von der Wettbewerbsjury gleichrangig nominierten Preisträger-Entwürfe zu der Entscheidung gekommen, dass die Arbeit von Milla und Partner mit Sasha Waltz mit dem Titel „Bürger in Bewegung“ die Thematik des Freiheits- und Einheitsdenkmals am besten und eindrucksvollsten löst", erklärte Neumann.

Die künstlerische Formensprache schaffe einen symbolischen Ort der positiven Erinnerung und rege gleichzeitig zum Nachdenken über die Werte Freiheit und Einheit an. Das Denkmal im Zentrum Berlins werden sich auch durch seinen interaktiven Charakter zu einem lebendigen Ort der Auseinandersetzung mit unserer jüngsten Geschichte entwickeln, ist Neumann überzeugt.

Drei Entwürfe in der Endauswahl

Der Entwurf der Stuttgarter Gestalter Milla & Partner und der Choreographin Sasha Waltz ist einer von insgesamt drei Entwürfen, die am 3. Oktober 2010 als Sieger aus einem beschränkten Wettbewerb hervorgegangen waren.

Die beiden anderen Entwürfe stammen von dem Bildhauer Stephan Balkenhol und dem Architekten Andreas Meck. Alle Preisträger haben ihre Entwürfe in den vergangenen Monaten noch einmal überarbeitet.

Vom Deutschen Bundestag beschlossen 

Der Deutsche Bundestag hatte im Herbst 2007 beschlossen, in Berlin ein Freiheits- und Einheitsdenkmal zu errichten. Es soll an die friedliche Revolution im Herbst 1989 und an die Wiedergewinnung der staatlichen Einheit Deutschlands erinnern.

Als Standort des Berliner Nationaldenkmals war die sogenannte "Schlossfreiheit" zwischen der Spree und der zukünftigen Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses bestimmt worden. Dort soll das Denkmal auf dem Sockel des ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Denkmals seinen Platz finden.

Mehrstufiges Verfahren

Aus den Bewerbern eines zunächst offenen Verfahrens waren in einem zweiten Schritt besonders qualifizierte Teilnehmer ausgewählt worden. Sie reichten 28 Entwürfe ein. Aus diesen wählte ein Preisgereicht jene drei Entwürfe aus, die zuletzt in der engeren Wahl waren.

Auslober des Wettbewerbs war der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Die Koordination und Durchführung des Verfahrens lag beim Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung.

Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 23.12.2011