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Dienstag, 1. Februar 2011

Arbeitsmarktentwicklung weiter positiv

Trotz des harten Winters, der im Januar die Zahl der Arbeitslosen um 331.000 auf insgesamt 3,347 Millionen hat steigen lassen, ist die Entwicklung insgesamt positiv. Denn im Vergleich zum Januar im vorigen Jahr waren jetzt 270.000 weniger Arbeitslose in Nürnberg registriert.

Arbeiter an einem TriebwerksteilBild vergrößern Der Arbeitsmarkt hat sich entspannt Foto: Photothek

Im Januar ist ein deutlicher Anstieg der Arbeitslosenzahl üblich. Er ist auf die saisonalen Einflüsse der Winterpause in vielen Berufen zurückzuführen. Witterungsbedingte Entlassungen in Berufen wie der Baubranche, in Gärtnereien, der Landwirtschaft und in der Gastronomie lassen die Arbeitslosigkeit wachsen.

Arbeitslosigkeit niedriger als im Vorjahr

Im Vergleich zum Vorjahr waren im Januar 270.000 Arbeitslose weniger gemeldet. Die Arbeitslosenquote liegt entsprechend mit 7,9 Prozent unter der des Vorjahres mit 8,6 Prozent.

„Die Arbeitslosigkeit ist im Zuge der Winterpause zwar gestiegen, saisonbereinigt ergibt sich jedoch ein Rückgang." Dies sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, heute in Nürnberg anlässlich der monatlichen Pressekonferenz.

In jedem Winter nimmt die Arbeitslosigkeit zwischen 350.000 und 500.000 zu. Nicht nur witterungsbedingt lässt die wirtschaftliche Aktivität im Dezember und Januar nach. Auch Kündigungen werden häufig zum Jahresende wirksam. Mit Neueinstellungen wird oft gezögert. So finden nicht alle Betroffene sofort zum 1. Januar eine neue Stelle und melden sich arbeitslos.

Ohne diesen saisonalen Effekt ist die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt positiv. Saisonbereinigt ist die Arbeitslosenzahl für den Januar 2011 um 13.000 zurückgegangen. Auch die Unterbeschäftigung ist um 26.000 gesunken. Die Zahlen der Kurzarbeiter zeigen ebenfalls die Erholung auf dem Arbeitsmarkt an: im November 2010 haben nur noch 185.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen. Das waren 23.000 weniger als im Vormonat und 763.000 weniger als vor einem Jahr.

Fachkräfte gesucht

„Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Erwerbstätigkeit nehmen erneut deutlich zu, und auch die Nachfrage nach Arbeitskräften steigt weiter", so Weise. 

Diese positive Entwicklung ist Folge des Konjunkturaufschwungs. Dieser hat zu einem deutlichen Zuwachs der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten geführt. Seit mehreren Jahren ist außerdem zu beobachten, dass es ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot gibt.

Beides führt dazu, dass Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung über dem Vorjahresniveau liegen. Alle Bundesländer verzeichneten im November vorigen Jahres einen Anstieg in der Beschäftigung. Ein kräftiges Plus gab es in der Arbeitnehmerüberlassung und im Gesundheits- und Sozialwesen.

Nach Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit lag die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im November bei 28,28 Millionen, ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahr um rund 550.000.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat auch im Januar 2011 weiter zugelegt. Die gemeldeten Arbeitsstellen haben saisonbereinigt um 16.000 offene Angebote zugenommen. Nicht saisonbereinigt sind der Bundesagentur für Arbeit im Januar 375.000 Arbeitsstellen gemeldet worden. Gegenüber dem Vorjahr waren das 103.000 Stellenangebote mehr. 

„Wir müssen uns geduldig konzentrieren auf einen weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit“, forderte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen. Gleichzeitig müssten offene Stellen zügig besetzt und die steigende Nachfrage nach Fachkräften beantwortet werden. In den nächsten 15 Jahren werde es aus demografischen Gründen fünf Millionen Erwerbstätige weniger auf dem Arbeitsmarkt geben. Das bedeute, dass Frauen wie Männer auf allen Positionen gebraucht würden.