Dienstag, 30. November 2010
Weniger Arbeitslose durch kräftigen Aufschwung
Zum zweiten Mal in diesem Jahr liegt die Arbeitslosenzahl unter drei Millionen. Die Zahl fiel gegenüber dem Vormonat um weitere 14.000 auf 2,931 Millionen. Möglich wird das durch die gute Konjunktur, in der mehr Arbeitskräfte nachgefragt werden.
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Mehr Arbeit für mehr Menschen
Foto: Ulf Dieter
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen sieht den Arbeitsmarkt im November in "guter Form". Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise konstatiert: „Der Arbeitsmarkt profitiert von der guten Konjunktur. Die Arbeitslosigkeit sinkt, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Erwerbstätigkeit nehmen erneut deutlich zu und auch die Nachfrage nach Arbeitskräften steigt."
Im Vorjahresvergleich sind jetzt 284.000 Arbeitslose weniger gemeldet. Die Arbeitslosenquote liegt unverändert bei sieben Prozent. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung haben auch im November leicht abgenommen. Diese Entwicklung wird vor allem durch ein Plus an sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung getragen.
Von der Leyen machte auf den Rückgang der Arbeitslosigkeit in den alten Bundesländern aufmerksam. Dort habe an den Industriestandorten während der Krise die Arbeitslosigkeit rapide zugenommen. Deshalb reduzierte sie sich nach einem Jahr hier sehr stark.
Erfreulich entwickele sich, so von der Leyen, der Arbeitsmarkt bei den unter 25-Jährigen. Hier sei ein Rückgang um 15.400 gegenüber dem Vormonat zu verzeichnen. Gegenüber dem Vorjahr hätten jetzt sogar 60.300 Jugendliche mehr Beschäftigung - ein Rückgang um fast 20 Prozent. Die speziellen Maßnahmen der BA für Jugendliche wie Programme, um Ausbildungen abzuschließen und die intensive Arbeit der Vermittler zeigten Wirkung, so die Ministerin.
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung liegt über Vorjahresniveau
Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben saisonbereinigt (also bestimmte saisonale Tätigkeiten herausgerechnet) deutlich zugenommen. Sie liegen über dem Vorjahresniveau.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts ist die Zahl der Erwerbstätigen im Oktober saisonbereinigt um 34.000 gestiegen. Nicht saisonbereinigt ist die Erwerbstätigkeit von September auf Oktober um 188.000 auf 41,09 Millionen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr hat sie um 405.000 zugenommen. Grund ist die anhaltende Herbstbelebung der Wirtschaft.
Sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren im September nach der Hochrechnung der BA 28,28 Millionen Menschen. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Zuwachs um 484.000. Dabei hat die sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung im Vorjahresvergleich um 276.000 und die sozialversicherungspflichtige Teilzeitbeschäftigung um 204.000 zugenommen.
Mehr offene Stellen
Nach den vorläufigen Daten der BA haben im September 220.000 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen. Das waren 29.000 mehr als im Vormonat. Eine Zunahme von August auf September ist üblich. Sie resultiert vor allem daraus, dass Kurzarbeitergeld für Urlaubszeiten nicht gewährt wird. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit erreicht 15 Prozent des Höhepunkts vom Mai 2009.
Gemeldete offene Arbeitsstellen gab es im November 394.000. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Anstieg von 104.000. Von den gemeldeten Arbeitsstellen waren 90 Prozent sofort zu besetzen. Im saisonbereinigten Vormonatsvergleich haben die Stellenmeldungen im November auf hohem Niveau um 7.000 zugenommen.
