Donnerstag, 9. September 2010
Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit steigt
Deutschland ist das wettbewerbsfähigste Land der Euro-Zone und verbessert sich im weltweiten Vergleich auf den fünften Platz. Dies ist das Ergebnis des "Global Competitiveness Index (GCI)" des World Economic Forum (WEF), das in Peking veröffentlicht wurde.
Mit der Verbesserung um zwei Plätze liegt Deutschland jetzt direkt hinter den USA. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle begrüßte den Bericht als Bestätigung für die Wirtschaftspolitik der Regierung: "Die gute Position Deutschlands schlägt sich in den erfreulichen Wachstumsaussichten nach der Krise nieder."
Die Experten des World Economic Forum analysieren insgesamt zwölf Kategorien. Zu diesen gehören etwa die Stabilität der Institutionen, die bestehende Infrastruktur, die Flexibilität des Arbeitsmarkts sowie das Gesundheits- und Bildungssystem. Neben öffentlichen Daten werden auch mehr als 13.000 Fragebögen ausgewertet. Platz 1 nahm wie im Vorjahr die Schweiz ein, gefolgt von Schweden und Singapur. WEF-Studie (englisch)
Sehr gute Infrastruktur, aber zu starrer Arbeitsmarkt
Das positive Ergebnis für Deutschland beruht auf mehreren Pfeilern. So lobte das Forum die Infrastruktur, besonders den Ausbau der Verkehrswege, der Telefonnetze und der Stromversorgung. Gleichzeitig gebe es einen gesunden Wettbewerb sowie eine funktionierende Wettbewerbspolitik. Jennifer Blanke, die verantwortliche Ökonomin der Untersuchung, sagte, Deutschland sei in vielen Feldern Vorbild für andere Länder. So sei nach allgemeiner Wahrnehmung das Krisenmanagement besonders gut gewesen.
Der Arbeitsmarkt sei jedoch wegen fehlender Beweglichkeit bei der Lohnfindung und aufgrund des starken Kündigungsschutzes zu starr, monierten die Experten – räumten aber zugleich ein, dass dies in der letzten Krise die Arbeitslosigkeit niedrig gehalten hätte.
Gute Bedingungen für mehr Wachstum
Die international sehr gute Wettbewerbsfähigkeit schlägt sich auch in den aktuellen Wachstumsprognosen nieder. Nach dem Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) legte sich auch das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) auf eine Prognose von 3,4 Prozent für das Jahr 2010 fest.
Die Forscher des IfW erwarten, "dass die deutsche Konjunktur auch in nächster Zeit vergleichsweise robust bleibt". Voraussichtlich werde die weitere konjunkturelle Erholung maßgeblich von der Binnenwirtschaft getragen, während die außenwirtschaftlichen Impulse allmählich nachließen.
Für 2011 sagen die Experten jetzt ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent voraus – die Zahl der Arbeitslosen sinke im Jahresdurchschnitt auf knapp unter drei Millionen.
