Navigation und Service

Donnerstag, 9. September 2010

Bildung in Afghanistan

Eine wichtige Voraussetzung für die Zukunft eines stabilen und sicheren Afghanistans ist der Aufbau eines gerechten und nachhaltigen Bildungswesens. Deutschland unterstützt zahlreiche Projekte. Ein Beispiel ist die deutsch-afghanische Nicht-Regierungsorganisation "Mediothek Afghanistan".

Lehrerin bringt Schülern das Schreiben beiBild vergrößern Chance auf Bildung für Jungen und Mädchen Foto: REGIERUNGonline

In Deutschland gründeten Exil-Afghanen und deutsche Afghanistan-Experten im Jahr 1993 die "Mediothek Afghanistan". Heute betreibt sie fünf Gemeindezentren und fünf Medienhäuser in Afghanistan. Ihre Themen umfassen die politische Bildung, Gemeindeentwicklung, die Erhaltung afghanischer Kunst und Kultur sowie die Förderung freier und fairer Medien.

Fortbildung für afghanische Journalisten

Am 18. September 2010 finden in Afghanistan Parlamentswahlen statt. Dafür hat die "Mediothek Afghanistan" seit Ende Juli Fortbildungskurse für afghanische Journalisten zum Thema Wahlberichterstattung veranstaltet. Der Deutsche Entwicklungsdienst, der im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Afghanistan aktiv ist, sowie das Auswärtige Amt unterstützten diese Arbeit.

Insgesamt 30 afghanische Journalisten aus allen Teilen des Landes erhielten eine Fortbildung für eine professionelle, kritische und ausgewogene Wahlberichterstattung. Die Teilnehmer beschäftigten sich in Theorie und Praxis mit Aspekten guter Wahlberichterstattung. Sie diskutierten die Herausforderungen bei den anstehenden Wahlen (Sicherheit, Korruption, Wahlbetrug) und analysierten Beispiele guter und schlechter Wahlberichterstattung aus anderen Ländern. Und sie entwickelten einen Zeit- sowie Themenplan für ihre eigene Berichterstattung bis zum Wahltag und darüber hinaus.

Bildung für Afghanistan

Mit Mitteln des BMZ finanziert die KfW-Entwicklungsbank über das Grundbildungsprogramm der deutsch-afghanischen Entwicklungszusammenarbeit den Bau von fünf Aus- und Fortbildungszentren für Lehrpersonal in Nordafghanistan.

Das in Kunduz errichtete neue Lehrgebäude ist seit April 2010 in Benutzung. Die für die Trinkwasserversorgung und Schmutzwasserentsorgung erforderliche Infrastruktur wird bis Ende August 2010 fertiggestellt sein, ebenso die Außenanlagen. Ein weiterer Schritt im Wiederaufbau ist der Bau einer zusätzlichen Referendariatsschule in Sar-e Pol. Anfang August genehmigte das Bundesbildungsministerium dieses Projekt. Das BMZ hat seit 2002 bislang rund 70 Millionen Euro zur Stärkung des afghanischen Bildungssektors investiert.

Die Entwicklungshilfe im Bereich der Bildung zeigt erste Erfolge. Die Zahl der Schüler hat sich seit 2001 verfünffacht. Von den heute sieben Millionen Schülern sind ein Drittel Mädchen. Obwohl  mehr als 30.000 Lehrer bereits aus- und fortgebildet und neue Schulen gebaut wurden, gibt es in Afghanistan immer noch zu wenig qualifizierte Lehrkräfte und geeignete Schulgebäude.

Deutschland unterstützt Schulbau

Das Auswärtige Amt leistet einen Beitrag zur dringend benötigten Schulinfrastruktur in Afghanistan. Es finanziert zahlreiche Schulprojekte im deutschen Verantwortungsbereich im Norden des Landes. So wurde am 8. August 2010 die Aishe-e-Sediqa High School in Kunduz im Beisein des stellvertretenden Gouverneurs sowie vieler Ehrengäste feierlich übergeben. Presse und lokales Fernsehen waren anwesend. Die vom Auswärtigen Amt finanzierte Oberschule ist eine der größten in der Provinz Kunduz und wird von rund 4.300 Mädchen und im Grundbildungszweig von 700 Jungen besucht.

Am 9. August 2010 wurde das Lycée Zukur im Distrikt Emam Saheb in der Provinz Kunduz übergeben. Die Gesamtförderung für das Wiederaufbauprojekt beider Schulen betrug rund 900.000 Euro.