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Donnerstag, 2. September 2010

Jugendsexualität heute

Jugendliche werden heute später sexuell aktiv als noch vor 20 Jahren. Sie gehen mehr feste Beziehungen ein, und sie verhüten besser. Das ist das überraschende Ergebnis der Studie "Jugendsexualität 2010", veröffentlicht von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

„Annahmen, wonach immer mehr junge Menschen immer früher sexuell aktiv werden, bestätigen sich nicht“, erklärte Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

So haben heute weniger 14-jährige Mädchen Erfahrungen mit Geschlechtsverkehr als noch im Jahr 2005. Ihr Anteil sank deutlich von zwölf auf sieben Prozent. Bei den gleichaltrigen Jungen sank er sogar von zehn auf vier Prozent. Ähnlich auch bei den 17-Jährigen: Bei den Mädchen sank der Anteil von 73 auf 66 Prozent. Bei den Jungen blieb er mit 65 Prozent fast konstant. Demnach haben ein Drittel der Jugendlichen bis zum Alter von 17 Jahren noch keinen Geschlechtsverkehr.

Im Jahr 2005 hatte die bislang letzte repräsentative Erhebung der BZgA zu diesem Thema stattgefunden.

Verantwortungsvoller Umgang mit Verhütung

Drei Viertel der Jungen und Mädchen verwenden bei ihren ersten sexuellen Kontakten Kondome. Damit ist das Kondom mit deutlichem Abstand das beliebteste Verhütungsmittel der Jugendlichen.

Nur acht Prozent der 14- bis 17-Jährigen geben an, beim „ersten Mal“ nicht verhütet zu haben. 1980 sagten das noch 20 Prozent der Mädchen und 29 Prozent der Jungen.

Diese Zahlen sind erfreulich. Denn das Kondom dient nicht nur der Verhütung, sondern es schützt auch vor HIV und Aids. Aufklärungskampagnen haben hierzu beigetragen. Die Bundesregierung unterstützt mit ihrer Gesundheitspolitik Aufklärung und Prävention. Ein Beispiel ist der Aktionsplan zur Umsetzung der HIV/Aids-Bekämpfungsstrategie der Bundesregierung.

Aktionsplan

Aufklärung durch Eltern und Lehrer

Anders als noch vor 30 Jahren sprechen heute etwa zwei Drittel der Jugendlichen ausführlich mit ihren Eltern über Verhütung. Auch viele Schulen informieren und beraten junge Menschen inzwischen umfassend. „Eltern und Schule sind heute starke Partner für Jugendliche“, betonte Pott.

In Deutschland werden weniger Teenager schwanger als in anderen Ländern Europas. Den Grund dafür sieht Pott in der verantwortungsbewussten Sexualaufklärung durch Elternhaus und Schule, in vielfältigen Beratungsmöglichkeiten und den Informationsangeboten der BZgA.

Seit 1980 untersucht die BZgA regelmäßig das Sexualverhalten der 14- bis 17-jährigen Jugendlichen in Deutschland. Für die aktuelle Studie wurden über 3.500 Jungen und Mädchen befragt.