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Montag, 16. August 2010

Offene Kommunikation für die Regierung

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den früheren ZDF-Journalisten Steffen Seibert als neuen Sprecher der Bundesregierung vorgestellt. Als Chef des Bundespresseamtes verfüge Seibert über ein hochmotiviertes Team, um die Politik der Bundesregierung zu kommunizieren, sagte Merkel. „Bleiben Sie ein guter Chef!“, gab die Kanzlerin ihrem neuen Sprecher mit auf den Weg.

Steffen Seibert vor zahlreichen Kameras auf dem PodiumBild vergrößern Staatssekretär Seiberts erste Regierungspresskonferenz Foto: REGIERUNGonline/Kugler

Die Bundeskanzlerin versicherte bei der Amtseinführung, Seibert werde „Zugang haben zu den Kreisen, wo wirkliche Entscheidungen fallen“. Das werde ihm eine ehrliche und offene Kommunikation der Regierungsarbeit ermöglichen, sagte sie im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Merkel ließ keinen Zweifel daran, dass die Vermittlung der Regierungsarbeit an Presse und Öffentlichkeit von großer Bedeutung für den Erfolg der Politik ist: „Wir alle, die Regierung, der Regierungssprecher und die Mitarbeiter des Bundespresseamtes haben ein gemeinsames Interesse, über das, was uns wichtig ist, über unsere Politik gut zu informieren.“

Als Regierungschefin neige sie dazu, die Ergebnisse ihrer Arbeit erst am Ende eines politischen Prozesses bekanntzugeben, bekannte Merkel. Die Medien seien allerdings sehr – vielleicht sogar mehr noch – gerade an jenen Prozessen interessiert. Zwischen beiden Interessen gelte es, eine gute Balance zu finden. Die Wege, die zu einer Entscheidung geführt haben, so gut es geht zu erläutern, gehöre eben auch zu den vielfältigen Aufgaben des Regierungssprechers.


Ansprechpartner der Hauptstadtjournalisten

Bereits am Vormittag hatte Staatssekretär Steffen Seibert seine erste Regierungspressekonferenz absolviert, nach den Worten der Kanzlerin „die eigentliche Feuertaufe“. Und in der Tat stand nach einigen persönlichen Fragen auch an diesem Montag wie üblich die gesamte Bandbreite der politischen Fragen auf der Frageliste der Korrespondenten: vom Atomausstieg bis zur Steuerpolitik.

„Ich merke, dass ich als Fernsehmoderator durchaus mit dem Luxus leben konnte, mich in vieles, aber nicht wahnsinnig tief einzuarbeiten. Jetzt muss ich mich weiterhin in sehr vieles einarbeiten – aber gleichzeitig auch wahnsinnig tief“, berichtete Steffen Seibert von seiner neuen Aufgabe.

Künftig steht Seibert im Wechsel mit seinen beiden Stellvertretern Christoph Steegmans und Sabine Heimbach der Hauptstadtpresse dreimal wöchentlich Rede und Antwort.

Seit vergangenen Mittwoch ist Steffen Seibert (50) Sprecher der Bundesregierung. Zugleich ist er als Staatssekretär Chef des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung (Bundespresseamt). Der Vater dreier Kinder übernimmt das Amt von Ulrich Wilhelm. Zuvor hatte Seibert viele Jahre für das Zweite Deutsche Fernsehen gearbeitet, zuletzt als Moderator der heute-Nachrichten und des heute-Journals.