Freitag, 30. Juli 2010
Schlüsselwort Qualifikation
In den kommenden zehn Jahren wird es in Deutschland zahlreiche zusätzliche Stellen geben. Die Nachfrage nach Arbeitskräften steigt und die Arbeitslosigkeit geht weiter zurück. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung.
Wer gewinnt, wer verliert angesichts der Globalisierung und Beschäftigungsentwicklung in den Wirtschaftsbranchen? Für den Leiter der Studie, Eric Thode, steht fest: „In den nächsten Jahren wird die Nachfrage nach Arbeitskräften stärker wachsen als das Angebot.“ Bis 2020 werde die Zahl sozialversicherungspflichtiger Vollerwerbsarbeitsplätze um 1,7 Millionen zunehmen.
Auch für geringfügig Beschäftigte werden bis dahin über 800.000 zusätzliche Arbeitsplätze zur Verfügung stehen.
Gute Aussichten für Akademiker
Besonders gefragt werden laut Thode Akademiker sein: Der Bedarf steige bis 2020 um rund 800.000 Universitäts- und 1,1 Millionen Fachhochschulabsolventen. Beste Aussichten haben demnach Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler sowie Ingenieure und Naturwissenschaftler. Allein mehr als 480.000 Wirtschafts- und Sozialwissenschaftsabsolventen werden in den kommenden zehn Jahren benötigt. Auch das Arbeitsplatzangebot für Meister, Techniker und Fachschulabsolventen steigt um mehr als eine halbe Million.
Weiterhin gute Zukunftsaussicht haben beispielsweise Gesundheitsberufe und sozialpflegerische Berufe. Und auch Dienstleister in der Tourismusbranche sowie Kaufleute in der Datenverarbeitung und im Speditions- und Rechnungswesen gelten als zukunftsfest.
Qualifikation entscheidet über Arbeitsplatzsicherheit
Doch nicht in allen Branchen wächst die Nachfrage. Einbußen werden vor allem in der Industrie zu verzeichnen sein. „Hier wird die Rationalisierung und die Verlagerung ins Ausland aufgrund des verschärften Spardrucks durch die Wirtschaftskrise weitergehen“, mutmaßt Thode. Gefährdet sind zudem durch Computer- und Automatisierungstechnik ersetzbare Berufe, wie die Bestückung und Bedienung von Maschinen.
Deutlich weniger gefährdet sind hingegen Arbeitsplätze, die kaum routinemäßige, manuelle Tätigkeiten beinhalten, sondern analytische Fähigkeiten und Interaktion voraussetzen. Thode betont: „Das Gebot der Stunde heißt darum Qualifikation!“ Maßgeblich entscheidend für die eigene Arbeitsplatzsicherheit werde künftig der Grad der Qualifikation sein.
