Donnerstag, 10. Juni 2010
Wirtschaft investiert in Wissenschaft
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Engagement der deutschen Wirtschaft für Bildung und Forschung gewürdigt. Nur mit Investitionen in Wissen könne Deutschland im globalen Wettbewerb um die besten Produkte und Dienstleistungen gestärkt aus der Krise hervorgehen.
"Mit seinen Initiativen zur Stärkung der Hochschulen und zur Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft weist der Stifterverband den Weg, wie wir mit Bildung, Forschung und Innovation unseren Wohlstand dauerhaft sichern können." So Merkel in ihrer Festrede zum 90-jährigen Bestehen des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft.
Innovationskraft gestärkt
Mit 57,3 Milliarden Euro im Jahr 2008 und einem Zuwachs von 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr hat die Wirtschaft einen entscheidenden Beitrag zur Innovationskraft des Landes geleistet.
"Wir brauchen Ihr Engagement zum Wohle der Allgemeinheit mehr denn je“, sagte Merkel. Dies sei gerade jetzt notwendig. Schließlich befinde sich die Bundesrepublik Deutschland aufgrund der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise in der schwierigsten haushaltspolitischen Situation ihrer Geschichte.
Zudem ringe das Land um die Frage, was soziale Marktwirtschaft heute bedeutet. Aber auch die globalen Herausforderungen wie der demografische Wandel, Ressourcenknappheit und der Klimawandel ließen sich nur mit dem richtigen Know-how meistern.
Investitionen in Bildung und Forschung gestiegen
Im Jahr 2008 investierten Bund, Länder, Wirtschaft und private Haushalte in Deutschland insgesamt 215,3 Milliarden Euro in Bildung und Forschung. Das sind 11,2 Milliarden Euro mehr als im Jahr zuvor. Bildungs- und Forschungsinvestitionen wuchsen damit in 2008 mit 5,5 Prozent doppelt so stark wie die Wirtschaft insgesamt. Der Anteil von Bildung und Forschung am Bruttoinlandsprodukt ist damit auf 8,6 Prozent gestiegen.
Auch in der Krise wird in die Zukunft investiert
Verstärkte Investitionen in die Zukunftsfähigkeit des Landes haben für die Bundesregierung daher hohe Priorität. Bis 2013 stellt die Bundesregierung insgesamt 12 Milliarden Euro zusätzlich für Bildung und Forschung bereit. 750 Millionen Euro fließen allein in diesem Jahr zusätzlich in diesen Bereich.
Damit kommt Deutschland dem Ziel, 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Bildung und Forschung zu investieren, einen großen Schritt näher. Das unterstrichen die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten der Länder gerade wieder bei ihrem Treffen. Sie bestätigen damit das beim Dresdner Bildungsgipfel im Herbst 2008 vereinbarte Ziel.
Der Stifterverband ist eine Gemeinschaftsinitiative der deutschen Wirtschaft. In ihm haben sich rund 3.000 Unternehmen, Unternehmensverbände, Stiftungen und Privatpersonen zusammengeschlossen, um Wissenschaft, Forschung und Bildung zu fördern. Darüber hinaus betreut der Stifterverband treuhänderisch mehr als 450 wissenschaftsfördernde Stiftungen. Der Stifterverband nimmt deshalb eine wesentliche Rolle bei der Gestaltung der Wissenschaftsförderlandschaft in Deutschland ein. Die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements durch Stiftungen ist ein weiteres Anliegen des Stifterverbandes. Der Präsident des Stifterverbandes ist Arend Oetker.
