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Freitag, 4. Juni 2010

Organspende: Richtig. Wichtig. Lebenswichtig.

Ob durch Unfall oder Krankheit: Jeder kann plötzlich in die Situation geraten, auf ein neues Organ angewiesen zu sein. Der Tag der Organspende am 5. Juni möchte mehr Menschen motivieren, sich für eine Organspende zu entscheiden.

Eine junge Frau zeigt einen OrganspenderausweisBild vergrößern Anderen Menschen Leben schenken Foto: picture-alliance / dpa

Rund 12.000 Patienten warten in Deutschland auf eine Transplantation - Nierenpatienten durchschnittlich fünf bis sechs Jahre. Etwa 1.000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland, bevor sie das lebensrettende Organ erhalten. Nur rund 17 Prozent der Deutschen besitzen einen Organspendeausweis.

Insgesamt bleibt Organspende ein selten besprochenes Thema. Viele beschäftigen sich erst dann damit, wenn sie selbst oder Angehörige betroffen sind. Dabei kann jeder Organspender nach seinem Tod bis zu sieben schwerkranken Menschen ein neues Leben schenken. Und die moderne Medizin ermöglicht, dass transplantierte Patienten über Jahrzehnte ein beinahe normales Leben führen.

Am Samstag, den 5. Juni, findet in Hannover der diesjährige Tag der Organspende statt. Er steht unter dem Motto "Richtig. Wichtig. Lebenswichtig."  Die zentrale Veranstaltung an der Marktkirche in Hannover informiert über die Organspende. Im Informationszelt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wird zum ersten Mal ein überdimensionaler interaktiver Organspendeausweis gezeigt. Möglichst viele Menschen sollen motiviert werden, eine Entscheidung zur Organspende zu treffen. Denn Organspende rettet nicht nur Leben: Sie ist auch ein Zeichen der Solidarität und Nächstenliebe.

Organspende geht alle an

Logo Tag der Organspende am 5. Juni 2010Bild vergrößern Foto: Deutsche Stiftung Organtransplantation

Auch Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler betont immer wieder die Bedeutung der Organspende: „Organspende bedeutet Einsatz für die Gemeinschaft. Dennoch ist dies bei vielen Menschen mit großen Ängsten verbunden. Zwei Drittel der Bürger sprechen sich zwar grundsätzlich für Organspende aus, aber nur weniger als jeder Fünfte hat einen Organspendeausweis. Wir wollen deutlich machen, dass es nicht nur um den eigenen Tod geht, sondern auch darum, anderen Menschen Leben zu schenken.“

Sportler für Organspende

Bereits im Februar hatte der Bundesgesundheitsminister mit dem Verein „Sportler für Organspende“ und gemeinsam mit den Vereinen der 1. und 2. Fußball-Bundesliga für Organspenden geworben. In allen Stadien der 1. und 2. Bundesliga wurde daraufhin über die Bedeutung von Organspenden aufgeklärt: an Informationsständen, in Stadionzeitungen sowie Online- und Offlinemedien der Bundesligavereine.

Ganz einfach Organspender werden

Organspender kann jeder ab dem 16. Lebensjahr sein. Dazu reicht es aus, einen Organspendeausweis auszufüllen. Auch ein formloses, eigenhändig unterschriebenes Schriftstück genügt, um seine Bereitschaft auszudrücken. Der Spender kann genau festlegen, welche Organe entnommen werden dürfen. Transplantiert werden dürfen in Deutschland Herz, Lunge, Niere, Leber, Darm, Bauchspeicheldrüse, die Hornhaut des Auges und die Haut.

Der Ausweis oder die Erklärung sollten möglichst bei den Personalpapieren aufbewahrt werden. Empfehlenswert ist auch, seine Entscheidung mit einer Vertrauensperson zu besprechen. Der Entschluss für oder gegen die Organspende kann jederzeit widerrufen werden. Es reicht aus, die hinfällige Erklärung zu entsorgen und eine neue zu verfassen.

Organspendeausweise gibt es ...

... kostenlos per E-Mail (kontakt@vso.de)
... im Internet (www.vso.de, www.organspende-info.de) oder
... beim gebührenfreien Infotelefon Organspende (0800-9040400).

Auch in vielen Arztpraxen, Apotheken und Einwohnermeldeämtern liegen Organspendeausweise aus. Außerdem informieren die BZgA sowie die Deutsche Stiftung für Organtransplantation in ihren Internetportalen ausführlich über alle Fragen im Zusammenhang mit der Organspende.