Donnerstag, 8. April 2010
Afghanistan: Drei Soldaten im Gefecht gefallen
Seit Sonntag sind die getöteten Soldaten wieder in Deutschland. Die Trauerfeier findet am Freitag im niedersächsischen Selsingen statt. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wird daran teilnehmen. Dies sei ihr ein "persönliches Anliegen" sagte der stellvertretende Regierungssprecher Christoph Steegmans in Berlin.
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Überführung der gefallenen Soldaten nach Deutschland
Foto: REGIERUNGonline/Kugler
Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hatte zuvor bereits angekündigt, die schweren Gefechte am Karfreitag bei Kundus genau zu untersuchen. Zugleich warnte der Minister vor vorschneller pauschaler Kritik an der Ausrüstung der Einsatzkräfte in Afghanistan.
„Man sollte mit pauschalen Urteilen darüber was fehlt, sehr zurückhaltend sein“, sagte Guttenberg Sonntagnachmittag in Bonn. Die Taliban, die die deutschen Soldaten bei Kundus in ein schweres Gefecht verwickelt hatten, seien sehr professionell vorgegangen. Bei dem Angriff waren drei Bundeswehrsoldaten ums Leben gekommen.
Guttenberg bekräftigte, der Einsatz werde trotz der erlittenen Verluste konsequent weitergeführt: „Wir bleiben in Afghanistan“, so der Minister. "Der Einsatz ist und bleibt gefährlich“, auch künftig gelte es deshalb, mit Toten oder Verwundeten zu rechnen.
Ziel des deutschen Engagements sei es nach wie vor, für mehr Sicherheit in der Region zu sorgen. Anderenfalls drohe eine Destabilisierung nicht nur dort, sondern in weiteren Teilen der Welt. Eine Abzugsperspektive müsse es geben, sie könne aber nicht darin bestehen, das Land Hals über Kopf zu verlassen.
Trauer auch um getötete afghanische Soldaten
Der Bundesverteidigungsminister entschuldigte sich für die nach dem Angriff bei einem anschließenden Gefecht getöteten sechs Opfer auf afghanischer Seite.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bereits am Samstag mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai telefoniert und ihm das Beileid der Bundesregierung anlässlich des Todes der afghanischen Soldaten ausgesprochen. Der afghanische Präsident drückte seinerseits das afghanische Mitgefühl zum Tod der deutschen Soldaten aus.
