Wechselnde Sitzungsformate stehen für Globalisierung
Diese Staaten haben zunächst die Ergebnisse der G8-Beratungen diskutiert. Im Zentrum stand insbesondere der Klimaschutz und das Ziel der G8, die Erderwärmung bis 2050 auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Wenn dieses Ziel schon die großen Industrieländer vor große Anforderungen stellt, so ist die Herausforderung für die Schwellenländer immens.
Der Klimaschutz war neben dem Welthandel auch das wichtigste Thema in der der MEF-Gruppe. MEF steht für "Major Economic Forum" und besteht aus den Staaten der G8 und der G5 sowie aus Südkorea, Indonesien und Australien. Die Gruppe steht somit für die 16 bedeutendsten Volkswirtschaften der Erde.
Am dritten Tag des G8-Gipfels wurde das Sitzungsformat noch einmal erweitert. Bei den Beratungen mit den Vertretern der Afrikanischen Union standen vor allen die Entwicklungszusammenarbeit und die Ernährungssicherheit im Mittelpunkt.
Stichwort: Outreach mit der Afrikanischen Union
Den Abschluss bildeten schließlich die Beratungen im großen Kreis. Das Format der MEF-Gruppe wurde noch einmal erweitert um Spanien, die Niederlande, die Türkei und Dänemark. Diesen Ländern sowie den internationalen Organisationen wurden die Ergebnisse des dreitägigen Gipfels vorgestellt und mit ihnen diskutiert.
Bundeskanzlerin Angela Merkel kann sich vorstellen, die G8-Gipfel zu erweitern und sie im Format des G20 stattfinden zu lassen. Das hätte neben der größeren Abgestimmtheit des Handels auch einen weiteren entscheidenden Vorteil: Die Staaten müssten sich nicht so häufig treffen, wie beispielsweise in diesem Jahr. Denn neben dem G20-Treffen im April dieses Jahres in London und dem jetzigen Treffen in L’Aquila werden sich die großen Industrie- und Schwellenländer bereits im September wieder in den USA in Pittsburgh treffen.
Bei diesem Treffen der G20 wird es dann nicht mehr nur um die Bekämpfung der Weltwirtschaftskrise gehen, wie bei den vorherigen Treffen. Es wird auch um den Klimaschutz gehen. In Pittsburgh werden die Staats- und Regierungschefs wichtige Vorarbeiten für den Weltklimagipfel im Dezember in Kopenhagen leisten. Es wird um den Klimaschutz nach 2012 gehen, wenn das jetzige Klimaschutzabkommen, das Kyoto-Protokoll ausgelaufen ist.
Merkel: ...
Für Merkel zeigt dieser Gipfel auch ganz klar. "Die Welt wächst zusammen."
"Ich denke, dass G 20 das Format sein sollte, das wie ein überwölbendes Dach die Zukunft bestimmt", sagte sie.
