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Das Unrecht niemals vergessen

Di, 05.05.2009
„Es ist wichtig, dass dieses Kapitel der DDR-Diktatur nicht ausgeblendet und nicht vergessen wird.“ Das betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel im früheren Stasi-Gefängnis in Berlin-Hohenschönhausen, das heute Gedenkstätte ist.
Die Bundeskanzlerin legte einen Kranz nieder und rief dazu auf, die Menschen  zu würdigen, die sich der DDR-Diktatur widersetzten. "Wir sollten in diesem Jahr 2009 ganz besonders an die Menschen denken, die Mut bewiesen haben," so Merkel.
 
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  • Besuch in der Gedenkstätte Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen
 

Geschichte vor Ort erleben

 
Bundeskanzlerin Angela Merkel legt einen Kranz niederFoto: REGIERUNGonline/Bergmann Vergrößerung An die Opfer erinnernBegleitet vom Leiter der Gedenkstätte, Hubertus Knabe, und dem Berliner Kulturstaatssekretär André Schmitz, besichtigte die Bundeskanzlerin mehrere Zellentrakte. Der Rundgang führte sie auch in den Keller des berüchtigten Gefängnisses, von den Häftlingen "U-Boot" genannt. In den fensterlosen Kammern verhörte und folterte die Stasi die Häftlinge oft über Stunden.
 
Nach dem Rundgang sagte Merkel, die heutige Gedenkstätte mache auf eindringliche Weise deutlich, "in welch brutaler Art und Weise die Würde des Menschen verletzt wurde".
 
Unterstützt von ehemaligen Häftlingen diskutierte Angela Merkel anschließend mit Schülerinnen und Schülern einer zwölften Klasse über Gewalt und Unterdrückung während der SED-Diktatur und ihre persönlichen Erfahrungen . "Auch in der Freiheit braucht es Mut", ermunterte Merkel die jungen Menschen zu Zivilcourage. Nötigenfalls auch gegen den Strom.
 

Vom Speziallager zum Stasi-Gefängnis

 
Bundeskanzlerin Merkel und Hubertus Knabe, Leiter der Gedenkstätte, stehen im so genannten U-BootFoto: REGIERUNGonline/Bergmann Vergrößerung GefängniszelleWie kaum ein anderer Ort spiegelt das Gelände in Berlin-Hohenschönhausen die Geschichte politischer Verfolgung während der jahrzehntelangen kommunistischen Diktatur in Ostdeutschland: Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs enstand hier ein sowjetisches Speziallager, in dem hunderte Gefangene ums Leben kamen. Anschließend baute die sowjetische Geheimpolizei dort das zentrale sowjetische Untersuchungsgefängnis für Ostdeutschland. Später übernahm das Ministerium für Staatssicherheit der DDR das Gefängnis.
 
Bis 1990 hielt die Stasi in Hohenschönhausen Menschen fest, die dem Regime kritisch gegenüberstanden oder versucht hatten zu fliehen. Mitunter reichte auch der Wunsch, auszureisen. Zwischen 1951 und 1990 waren hier tausende politisch Verfolgte unter unerträglichen Bedingungen inhaftiert. Darunter Bürgerrechtler wie Bärbel Bohley, der Schriftsteller Jürgen Fuchs oder Dissidenten wie Rudolf Bahro.
 
Mit der Wiedervereinigung wurde das Gefängnis geschlossen und 1994 zur Gedenkstätte erklärt. Da große Teile der Gebäude und ihrer Einrichtung fast unversehrt erhalten sind, vermittelt der Komplex auch heute noch ein authentisches Bild der brutalen Haftbedingungen.  
 
Gedenken und erklären

Jedes Jahr kommen mehr als 200.000 Besucherinnen und Besucher. Im vergangenen Jahr waren es sogar fast 250.000, etwa die Hälfte davon Jugendliche. Die Aufklärung gerade junger Menschen steht denn auch im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit der Gedenkstätte.

Neben geführten Rundgängen veranstaltet die Gedenkstätte regelmäßig Wechselausstellungen und andere Veranstaltungen wie Seminare und Projekttage. Die Geschichte des Ortes ist in einem Informationszentrum dargestellt. Zukünftig soll eine Dauerausstellung im ehemaligen Lagerbereich des Hauptgebäudes über die Geschichte politischer Verfolgung in Ostdeutschland informieren.

Getragen wird die Stiftung jeweils zur Hälfte vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und dem Land Berlin. Daneben erhält die Gedenkstätte projektgebundene Mittel von weiteren Einrichtungen, etwa der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

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