Forschungsschiff "Sonne"

Schwimmendes Hochleistungslabor

Die "Sonne" ist das modernste Forschungsschiff der Welt. Forschungsministerin Wanka hat den Hightech-Riesen in Wilhelmshaven an die Wissenschaft übergeben. Interessierte können das Schiff nun in mehreren Hafenstädten besichtigen.

"Wir übergeben heute das modernste Forschungsschiff der Welt der Wissenschaft", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka, "ein Hightech-Schiff, das den höchsten Ansprüchen moderner Meeresforschung gerecht wird." Das Schiff werde der Gesellschaft und der Wissenschaft große Dienste leisten.

Vorstellungsreise durch deutsche Häfen

Das Schiff kann bis Ende November in den Häfen Wilhelmshaven, Bremen, Hamburg, Warnemünde und Kiel besichtigt werden. Nach seiner Vorstellungsreise geht die "Sonne" dann ab Januar 2015 auf Forschungsreise.

Das Schiff - 116 Meter lang und 20,60 Meter breit - ist mit mehreren großen Kränen, Seilwinden und starken Hebebühnen ausgestattet. Forschungswinden mit Drähten und Kabeln bis zu 12 Kilometer Länge gehören zur Ausrüstung. Damit können die Forscherteams Geräte wie Tauchroboter oder Bohrgestänge ins Wasser heben. So wird ein unbemanntes Tauchfahrzeug in rund 50 Meter über den Meeresboden gleiten, um die Topographie des Bodens zu erfassen. An Bord ist auch eine Forschungs-Wetterstation. Neben einer Besatzung von 35 Leuten können bis zu 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Bord der Sonne reisen.

Die "Sonne" führt Labore, Kühlhäuser, Kräne und hochmoderne Lot-Anlagen zur Vermessung des Meeresbodens an Bord. Das Schiff erreicht Geschwindigkeiten bis zu 15 Knoten - knapp 28 Kilometer pro Stunde. Es soll vor allem den Pazifik und den Indischen Ozean erkunden. Beide Weltmeere haben einen großen Einfluss auf das Weltklima, weshalb ihre Erforschung immer wichtiger wird. Die "Sonne" wird unter anderem den Einfluss der Meeresströmung auf das Klima, Mikroorganismen in der Tiefsee sowie marine Rohstoffe untersuchen.

Forschungsschiffe für den Klimaschutz

Bei der Übergabe der "Sonne" würdigte Wanka den Einsatz von Forschungsschiffen allgemein: "Daten zum Klimaschutz, zur Erwärmung oder Versauerung der Meere oder zur Eisschmelze in der Arktis verdanken wir ganz wesentlich den Wissenschaftlern auf unseren Forschungsschiffen, die auf den Weltmeeren unterwegs sind."

Die öffentliche Hand hat die "Sonne" finanziert. Die Baukosten betragen 124,4 Millionen Euro. 90 Prozent trägt das Bundesforschungsministerium, die übrigen 10 Prozent übernehmen die Küstenländer. Das neue Forschungsschiff "Sonne" löst seinen 44 Jahre alten Vorgänger ab und zeichnet sich durch eine hohe Energieeffizienz aus. Das Schiff wurde nach den neuesten Umweltstandards geplant und gebaut. Es wurde auch mit dem Umweltzeichen "Blauer Engel" ausgezeichnet. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte das Schiff im Juli in Rostock getauft.

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