Pressestatement von Bundeskanzlerin Merkel zum Absturz eines deutschen Passagierflugzeugs in Südfrankreich am 26. März 2015

in Berlin

  • Mitschrift Pressekonferenz
  • Donnerstag, 26. März 2015

Meine Damen und Herren,

seit Dienstagvormittag stehen wir alle hier in Deutschland wie in vielen anderen Ländern unter dem Eindruck, unter dem Schock des Flugzeugabsturzes in Südfrankreich, der 150 Menschen aus dem Leben gerissen hat. Wir können kaum das Leid ermessen, das mit dieser Katastrophe über so viele Familien gekommen ist. Wir versuchen zu begreifen, was dort geschehen ist.

Heute nun haben uns Nachrichten erreicht, durch die dieser Tragödie eine neue, eine schier unfassbare Dimension gegeben wird. Die französischen und die deutschen Ermittlungsbehörden berichten, dass sie nach dem heutigen Stand ihrer Ermittlungen davon ausgehen müssen, dass der Kopilot das Flugzeug bewusst zum Absturz gebracht hat. Mich trifft diese Nachricht genauso wie die wohl allermeisten Menschen. So etwas geht über jedes Vorstellungsvermögen hinaus. Wir kennen noch nicht alle Hintergründe, und deshalb ist und bleibt es so wichtig, dass weiter ermittelt wird und dass jeder Aspekt weiter gründlich untersucht wird.

Ich habe gestern zusammen mit dem französischen Präsidenten François Hollande und dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy den Ort des Unglücks und die Einsatzkräfte dort besucht. Wir haben ihnen für ihren so überaus schweren Einsatz gedankt, und wir haben versprochen, dass wir vonseiten unserer Regierungen alles tun werden, um dabei zu helfen, alle Umstände dieses Absturzes restlos aufzuklären.

Die heutigen Nachrichten sind noch einmal eine fürchterliche Belastung für die Angehörigen der Opfer. In dieser so leidvollen Stunde und in diesen so leidvollen Tagen denken wir noch einmal besonders an sie. Ich möchte mein Versprechen wiederholen, das ich gestern bei meinem Besuch am Unglücksort gegeben habe - als Versprechen an alle Bürger und ganz besonders an alle Familien und Freunde aus allen Ländern, die ihre Liebsten in dieser Katastrophe verloren haben: Die Bundesregierung und die deutschen Behörden werden alles Erdenkliche tun, um die Ermittlungen zu unterstützen. Das sind wir allen Menschen, die am Dienstag in dieser Katastrophe ihr Leben lassen mussten, und ihren Angehörigen, die jetzt so schrecklich leiden, schuldig. - Ich danke Ihnen.

Beitrag teilen