Im Wortlaut

Pressestatement von Bundeskanzlerin Merkel anlässlich ihres Besuchs der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH am 28. Mai 2015

in Frankfurt am Main

  • Mitschrift Pressekonferenz
  • Donnerstag, 28. Mai 2015

Sehr geehrter Herr Brandicourt,
sehr geehrte Vertreter von Sanofi,
auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die überall geschaut haben,

ich habe mich gefreut, heute zusammen mit Herrn Rhein, dem Oberbürgermeister von Frankfurt, den Kollegen aus dem Bundestag und Heinz Riesenhuber aus dem Landtag dabei zu sein, wenn die neue Insulinanlage für das neue Produkt an die Produktion geht.

Das zeigt: Hier findet nicht nur Produktion statt, sondern hier findet innovative Produktion statt. Wir können in Deutschland stolz sein, dass wir ein wichtiger pharmazeutischer Standort sind. Wir können uns freuen, dass Sanofi hier in Frankfurt einen wichtigen Platz hat und ganz offensichtlich das Gesamtunternehmen mit dem zufrieden ist, was der deutsche Teil produziert und herstellt. Ich glaube, es gibt eine lange Tradition von Hoechst bis heute zu Sanofi. Ich bin sehr froh, dass man auf dem gleichen Gelände innovative Produktion beobachten kann.

Wir haben in dem ersten Teil meines Besuchs darüber gesprochen, wie die Entwicklung von Antibiotika erfolgt, was ein sehr komplexes Feld ist. Hier gibt es eine sehr interessante Kooperation zwischen der Fraunhofer-Gesellschaft, den Naturstoffen und Sanofi als einem erfahrenen Produzenten von Antibiotika und einer sehr ambitionierten Stammbank, die für diese Forschung mit der Fraunhofer-Gesellschaft genutzt werden kann. Das ist eine interessante Verbindung von akademischer Forschung mit einem Unternehmen, das selber Produkte anbietet. Ich glaube, das ist ein wegweisender Zugang, um Innovation wirklich in Europa - und in diesem Falle auch in Deutschland - zu halten.

Für mich ist dieser Punkt von großem Interesse, weil wir während unserer G7-Präsidentschaft in Deutschland das Thema „Resistenzen gegenüber Antibiotika“ als ein Thema genommen haben, weil es eine weltweite Bedrohung ist, wenn Antibiotika nicht sachgemäß angewendet werden können und diese Resistenzen schneller auftreten, als sie sowieso auftreten. Wir unterstützen den Aktionsplan der Weltgesundheitsorganisation.

Wir haben unsere eigene nationale Strategie zur Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen aufgelegt und gerade vor wenigen Tagen im Kabinett beschlossen. Es geht hier um menschliche Wirkungsweisen von Antibiotika. Es geht genauso um die Anwendung von Antibiotika bei Tieren und die Wechselwirkungen, die sich ergeben. Dennoch: Auch wenn wir noch so sorgsam mit Antibiotika umgehen, werden Resistenzen immer wieder auftreten. Deshalb ist es notwendig, auf dem Gebiet der Antibiotika auch zu forschen. Ich freue mich sehr, dass Sanofi dies in so beeindruckender Weise tut und gerade auch in der Kombination mit den Naturstoffen und der Fraunhofer-Gesellschaft neue Wege beschreitet, wo man sagen darf, dass Deutschland einer der wenigen Plätze auf der Welt ist, wo das so systematisch gemacht wird.

Das, was ich heute hier gesehen habe, wird mich darin bestärken, dass wir in Europa dafür kämpfen sollten, ein starker pharmazeutischer Standort zu sein. Wir sind hier in einem großen Wettbewerb, auch gerade mit den Vereinigten Staaten von Amerika. Aber es ist wichtig, dass wir nicht nur wie bei Airbus ein eigenes Flugzeug herstellen können, sondern dass wir auch in Europa die Fähigkeit haben, gerade im Gesundheitsbereich weltweit mit führend zu sein. Deshalb wird mich dieser Besuch auch darin bestärken, gerade der Gesundheitsforschung und der Entwicklung von Gesundheitsprodukten und pharmazeutischen Produkten einen großen Stellenwert beizumessen, denn dafür sind auch die richtigen Rahmenbedingungen notwendig.

Danke allen, die mich heute begleitet und mir so viele Einsichten gegeben haben.

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