Leipziger Buchmesse 2018

Neugierig auf die Bundesregierung

Die neue Bundesregierung, die deutsche Europapolitik und Arbeiten im Öffentlichen Dienst - das Bundespresseamt stand auf der Leipziger Buchmesse für die Besucherinnen und Besucher Rede und Antwort. Trotz des erneuten Wintereinbruchs in Sachsen fanden zahlreiche Gäste den Weg zum Infostand in den Messehallen.

Die Besucher der Buchmesse zeigten reges Interesse an den aktuellen Info-Broschüren der Bundesregierung.

Die Besucher der Buchmesse zeigten reges Interesse an den aktuellen Info-Broschüren der Bundesregierung.

Foto: Alexander Schmidt / Punctum

Trotz schwieriger Anreisebedingungen im winterlichen Sachsen fanden viele Menschen den Weg zum Stand der Bundesregierung. Das Bundespresseamt informierte auch in diesem Jahr die Besucherinnen und Besucher der Leipziger Buchmesse über die Bundespolitik.

Breite Palette an aktuellen Informationen

Ein besonderes Interesse am Stand der Bundesregierung fand die Übersicht der neuen Regierungsmitglieder, die seit Mittwoch (14. März) im Amt sind. Eine gedruckte Übersicht des Bundeskabinetts samt der Lebensläufe der Ministerinnen und Minister wurde von den Besuchern stark nachgefragt.

Aber auch die weiteren Angebote aus dem Infomaterial der Bundesregierung fanden zahlreiches Interesse: Besonders oft nachgefragt: für Broschüren aus dem Bereich Verbraucherschutz, Europa, Gesundheit und Pflege.

Auf Touchscreen-Monitoren konnten die Besucher durch das Online-Angebot der Bundesregierung surfen. Auf der Bühne standen interessante Gäste Rede und Antwort.

Schwerpunktthema Europa

An einem Bildschirm konnten Besucher testen, wie gut sie sich in Europa auskennen.

An einem Bildschirm konnten Besucher testen, wie gut sie sich in Europa auskennen.

Foto: Alexander Schmidt / Punctum

Welche Bedeutung hat die EU für Deutschland? Welche Chancen bietet sie Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen? Warum macht sich die Bundesregierung für Europa stark? Fachleute beantworteten diese Fragen, unter anderem der Leiter der Europaabteilung des Auswärtigen Amtes, Martin Kotthaus.

"Das Kapitel Europa findet sich an zentraler Stelle des Koalitionsvertrages", betonte beispielsweise die Europaabgeordnete Constanze Krehl die Bedeutung dieses Themas für die Politik. Sie war am Stand der Bundesregierung zu Gast. Besonders am Herzen liegt ihr die regionale Förderung von Projekten, die die EU möglich macht. "Es ist wichtig, dass Europa mit etwas Positivem verbunden wird", so die Abgeordnete.

Die norwegische Schriftstellerin Asne Seierstad im Bühnengespräch

In ihrer Dankesrede warnte Asne Seierstad vor allem vor der "Zunahme des Rechtsextremismus".

Foto: Alexander Schmidt / Punctum

Oder die norwegische Schriftstellerin und Journalistin Åsne Seierstad. Sie wurde am Mittwoch mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet. In ihrem Roman "Einer von uns" dokumentiert sie den Massenmord von Anders Breivik. Eindrücklich schildert Seierstad im Gespräch auf der Bühne am Stand der Bundesregierung die Motive des Attentäters, dem 77 Menschen 2011 in Norwegen zum Opfer fielen.

Es sei der Autorin gelungen, heißt es in der Begründung der Jury, "uns mit dem ganzen katastrophalen Ausmaß des Geschehens zu konfrontieren, in dem sie uns die Tragödie des Einzelnen vor Augen führt. Ihr Buch lässt uns Fragen stellen, über Zugehörigkeit und Gemeinschaft und über die notwendigen Voraussetzungen für ein zugewandtes, würdiges Zusammenleben".

Seierstad appellierte an die zahlreichen Zuhörer, die europäischen Werte zu verteidigen. Intolerenz, Hass und Rechtsextremismus sei entgegenzutreten. Ihren Preis widme sie den Opfern.

Stasi-Unterlagen weiter zugänglich halten

Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, mahnte im Gespräch an, sich immer wieder bewusst zu machen, welche Freiheiten wir haben. "Wir verdanken sie auch der friedlichen Revolution, gerade hier in Leipzig."

Inzwischen seien mehr als drei Millionen Anträge auf persönliche Akteneinsicht gestellt worden, wodurch in vielen Fällen eine Rehabilitierung erreicht werden konnte, so Jahn. "Das Wichtigste ist, dass diese Menschen ein Stück ihres gestohlenen Lebens zurück bekommen."

Die Stasi-Unterlagen seien Teil des Gedächtnisses der Nation. Sie sollen nun, so hat es der Bundestag entschieden, als Teil des Bundesarchives nutzbar gemacht werden. Es sei wichtig, das daraus Gelernte auch an die Jugend weiterzugeben. Aufklärung habe kein Verfallsdatum, betont Jahn.

Inzwischen ist auch bei der BStU das digitale Zeitalter angebrochen. Man kann online einen Antrag stellen und sich Akten zur Verfügung stellen lassen. Doch auch das Anschauen der Originalakten ist immer noch ein Erlebnis. Die Behörde macht Bestandserhaltung, um auch in 100 Jahren noch Dokumente zur Verfügung stellen zu können.

Im Dienste der Inneren Sicherheit

Kriminalhauptkommissar Marcus Lehmann erklärte, was das Bundeskriminalamt (BKA) als Arbeitgeber interessant macht: "Wir sind die Frauen und Männer mit dem Knopf im Ohr, die die Bundeskanzlerin schützen. Wir bekämpfen Organisierte Kriminalität. Bei uns arbeiten Strategen und Analysten."

Die Aufgaben sind vielfältig, um die 70 verschiedene Berufe gibt es beim BKA. Man durchläuft ein duales Studium und wird Beamter. Man kann im Inland aber auch als Verbindungsbeamter im Ausland arbeiten – immer im Dienste der Inneren Sicherheit.

Heike Wilsdorf informierte über die Karrierechancen beim Zoll.

Heike Wilsdorf informierte über die Karrierechancen beim Zoll.

Foto: Alexander Schmidt / Punctum

"Keiner, der etwas schmuggelt, wird sich freiwillig stellen. Der Zoll darf ihn aber kontrollieren.", erklärte Heike Wilsdorf, Pressesprecherin des Hauptzollamts Dresden. Der Zoll sei die Behörde mit den meisten Aufgaben, mit 40.000 Beschäftigten und im ganzen Bundesgebiet aktiv, so Wilsdorf.

Wer beim Zoll arbeiten möchte, kann eine zweijährige Ausbildung absolvieren oder ein Studium. Bei beidem gibt es praktische Einsätze. "Wen wir bei uns ausbilden, den wollen wir auch behalten", warb Wilsdorf.

Weitere Berufsperspektiven im Öffentlichen Dienst

Am Stand der Bundesregierung informiert die Kampagne "durchstaaten.de" über Berufschancen im Öffentlichen Dienst. Mit dabei sind Karriereberater vom Bundeskriminalamt, der Bundeswehr und dem Zoll. Zentrales Element ist ein Stellenportal mit vielen Jobangeboten im Öffentlichen Dienst bei Bund, Ländern und Kommunen.

Hauptmann Sebastian Dreer von der Karriereberatung der Bundeswehr in Erfurt freut sich über die zahlreichen interessierten jungen Leute und die Möglichkeit, "ihnen einen möglichen Weg in die Streitkräfte aufzuzeigen". Insgesamt 110 Bewerbungsbüros bundesweit unterhält die Bundeswehr, um Nachwuchs zu gewinnen.

Bob-Olympiasieger zeigt seine Goldmedaille

Viererbob-Olympiasieger Candy Bauer stellte sich am Stand der Bundesregierung den Fragen der Besucher.

Viererbob-Olympiasieger Candy Bauer stellte sich am Stand der Bundesregierung den Fragen der Besucher.

Foto: Alexander Schmidt / Punctum

Auch der frischgebackene Olympiasieger im Viererbob, Candy Bauer, ist Soldat. Als Mitglied der Sportfördergruppe der Bundeswehr ist er freigestellt für den Sport und kann sich so ganz auf den Sport konzentrieren. Mit Erfolg: Den staunenden Zuschauern präsentierte er auf der Buchmesse seine im südkoreanischen Pyeongchang gewonnene Goldmedaille – eine 580 Gramm schwere Medaille aus Silber, die allerdings nur sechs Gramm Gold enthält. Die wichtigste Voraussetzung sei, dass der Sport Spaß macht, sagte Bauer, der im letzten Jahr bereits Weltmeister geworden war. Er hatte seinen Urlaub extra für einen Besuch am Stand der Bundesregierung auf der Leipziger Buchmesse unterbrochen.

Candy Bauer: "Die Leichtathletik hat bei mir die Grundlage für den Bobsport gelegt." Er hatte seit seinem 15. Lebensjahr als Kugelstoßer trainiert und Wettkämpfe bestritten, musste die Leichtathletik aufgrund einer Verletzung im April 2013 aber beenden und konnte dann zum Bobsport wechseln. Seine Aufgabe auf der Position hinter dem Piloten ist es, als Schlittenbeschleuniger für schnelle Abgangsgeschwindigkeit zu sorgen. Der Olympiasieg ist für ihn der "größte und nicht mehr zu toppende Erfolg".

Medienkompetenz

klicksafe.de ist eine Initiative der EU-Kommission für mehr Sicherheit im Internet. Um vor allem Kindern und Jugendlichen einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet nahe zu bringen, stellt klicksafe Schulen kostenlos Informations- und Unterrichtsmaterialien zur Verfügung. Am Stand der Bundesregierung gibt es Informationen zur neue Kampagnen #deineKontrolle - direkt von klicksafe-Leuten und YouTuberInnen.

Lesenlernen mit "humanoiden" Robotern

Der Leseroboter "Thommy" war einer der Publikumsmagnete.

Der Leseroboter "Thommy" war einer der Publikumsmagnete.

Foto: Alexander Schmidt / Punctum

Ein besonderes Highlight und Zuschauermagnet ist Leseroboter "Thommy". Er ist einer von sieben NAO-Robotern der TH Wildau. Gerade im Umgang mit Kindern könne der intelligent programmierte kleine Kerl wertvolle Hilfe leisten. Er motiviere und unterstütze beispielsweise Kinder beim Lesenlernen, sagt Janett Mohnke, Professorin vom Robotic Lab der TH Wildau.

Sie und ihre Mitarbeiter zeigen den Messebesuchern, was diese "humanoiden", also der menschlichen Gestalt nachgebildeten Roboter generell so können und wie sie den Alltag erleichtern. Ein weiteres Einsatzgebiet sei auch die Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen im eigenen Zuhause, so Mohnke.

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