Deutschland/Albanien

Merkel: Wir sehen Fortschritte

Nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel ist für Albanien eine europäische Perspektive wichtig. Das betonte sie nach einem Treffen mit dem albanischen Ministerpräsidenten Edi Rama in Berlin. Sie verwies auf den tiefgreifenden Veränderungsprozess, der in Albanien erfolgt sei.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der albanische Ministerpräsident Edi Rama im Kanzleramt.

Die EU unterstützt die politische Stabilisierung Albaniens.

Foto: Bundesregierung/Bergmann

Die europäische Perspektive sei notwendig "für eine vernünftige und gedeihliche Entwicklung der gesamten Region und genauso auch für Albanien", sagte Merkel nach dem Gespräch mit Rama im Kanzleramt.

Der albanische Ministerpräsident habe sie über den Reformprozess in seinem Land informiert, erklärte die Kanzlerin. Sie verwies auf den Kampf gegen Kriminalität und Korruption sowie den Aufbau eines Rechtssystems und die Unabhängigkeit der Justiz.

Im Juni werde der nächste Fortschrittsbericht der EU-Kommission zu Albanien vorgestellt, so Merkel. Man werde ihn in Deutschland intensiv verfolgen. "Wir sehen Fortschritte", lobte sie.

Livestream: Pressestatements von Kanzlerin Merkel und Ministerpräsident Rama

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Pressestatements von Bundeskanzlerin Merkel und Ministerpräsident Rama

Der EU-Annäherungsprozess

Das im Juni 2006 unterzeichnete Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der EU bietet Albanien eine verlässliche europäische Perspektive. Die EU unterstützt Albanien im Prozess der Annäherung. Sie fördert in diesem Rahmen die politische Stabilisierung Albaniens, einen möglichst raschen Übergang zur funktionierenden Marktwirtschaft sowie die regionale Zusammenarbeit.

Im Fortschrittsbericht von Oktober 2013 empfahl die EU-Kommission die Verleihung des Kandidatenstatus für Albanien. In diesem Zusammenhang fordert die EU-Kommission auch ein weiteres Vorgehen gegen Korruption und organisierte Kriminalität.

Positive Entwicklungen in der Region

Man habe auch über die Lage in der gesamten Region gesprochen, sagte Merkel weiter. Ministerpräsident Rama habe deutlich gemacht, dass sich in den vergangenen Jahren vieles getan und sich zum Besseren entwickelt habe.

Abschließend wies Merkel auf das Gedenkjahr 2014 hin. Man habe 100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg aus der Geschichte gelernt: Man müsse miteinander reden und sich enger zusammenschließen.

Wirtschaftsbeziehungen

Albaniens Außenhandel ist auf die EU fokussiert: Auf sie entfallen 63,3 Prozent der Importe und 76,6 Prozent der Exporte. Deutschland stand beim Export 2013 mit 67,43 Millionen Euro an sechster Stelle, beim Import mit 214,75 Millionen Euro an fünfter Stelle. Zudem ist Deutschland sechstgrößter Investor in Albanien.

Die jährlichen Direktinvestitionen bewegen sich im unteren zweistelligen Millionenbereich. Deutsche Engagements liegen im Kreditwesen, Transport und Logistik, Einzelhandel, Mobilfunk, Textilbereich, Kfz-Handel und -wartung sowie in Produktion und Vertrieb chemischer und pharmazeutischer Produkte. Die größte deutsche Direktinvestition seit 2004 ist der Flughafen Tirana.

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