Merkel bei Gendiagnostik-Unternehmen

Hightech zum Wohle des Menschen

Krankheiten in Zukunft schneller erkennen und besser behandeln - das ist das Ziel der Centogene AG. Das Unternehmen hat sich auf die genetische und biochemische Analyse seltener angeborener Erkrankungen spezialisiert. Bei einem Rundgang hat sich die Kanzlerin über die verschiedenen Arbeitsbereiche informiert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Manuela Schwesig, Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin, beim Besuch der Contogene AG.

Centogene-Gründer Rolfs führte Kanzlerin Merkel und Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig durch die Labore.

Foto: Bundesregierung/Kugler

"In Rostock haben wir Hightech gesehen zum Wohle des Menschen", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel im Anschluss an den Unternehmensbesuch. "Es ist atemberaubend, wie sich die Welt voran entwickelt und wie wir inzwischen unsere Erbsubstanz bis tief in die biologischen und chemischen Einzelteile verstehen. Da, wo Menschen einen Defekt im Gen haben, kann ihnen hier einfach geholfen werden."

Forschungsergebnisse in die Praxis bringen

Bei ihrem Rundgang durch Centogene verschaffte sich die Kanzlerin einen Eindruck von den verschiedenen Arbeitsbereichen und traf mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammen. Dabei informierte sie sich umfassend über die Erforschung von Gendefekten und seltenen Erkrankungen.

"Dies ist einer der Bereiche, mit denen wir unsere Zukunftsfähigkeit und unseren Wohlstand sichern können", so Merkel. Der Transfer von der Forschung in die Anwendung sei dem Unternehmen reibungslos gelungen.

Die Centogene AG ist weltweit führend auf dem Gebiet der Gendiagnostik für die genetische und biochemische Analyse seltener angeborener Erkrankungen. Mit mehr als 9.000 unterschiedlichen Tests führt das Unternehmen die Diagnostik von rund 4.200 Genen durch und verfügt damit über das weltweit größte Portfolio genetischer Tests für seltene Krankheiten. Allein am Standort Rostock sind rund 300 Mitarbeiter aus 30 Nationen beschäftigt.

Merkel ermutigt zu naturwissenschaftlichem Studium

Die junge Generation in Deutschland bestärkte Merkel darin, Naturwissenschaften zu studieren. Der Rundgang durch Centogene, dessen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Großteil aus anderen Ländern kommen, zeige "die Chancen, die junge Leute in Deutschland haben können, wenn sie Biologie, Chemie oder IT-Technologien studieren". 

Forschungsförderung für personalisierte Medizin

Die Personalisierung wird in der Medizin der Zukunft an Bedeutung gewinnen. So einzigartig Menschen sind, so unterschiedlich reagieren sie auf medizinische Behandlungen. "Es gibt mehr als 5.000 seltene Erkrankungen, und es gibt wenige Spezialisten auf der Welt. Centogene gehört dazu", erklärte Merkel. Maßgeschneiderte Medizin soll die Verabreichung von falschen Medikamenten vermeiden und helfen, Kosten für Arzneimittel und Behandlungen zu reduzieren.

Hilfreich bei der Entwicklung und individuellen Ausrichtung von Behandlungs- oder Präventionsprogrammen ist die computergestützte Verknüpfung von Gesundheitsdaten. Sie spielt gerade bei der personalisierten Medizin eine zentrale Rolle. So ermöglicht sie, genetische Muster im großen Stil zu vergleichen und für den Einzelfall Rückschlüsse zu ziehen.

Deshalb intensiviert die Bundesregierung die Forschung zu neuartigen Diagnostik- und Therapieverfahren, die etwa auf der Verwendung körpereigener Moleküle, Zellen oder Gewebe basieren. Damit will sie die Entwicklung innovativer Methoden und Analysewerkzeuge für die Gesundheitsforschung weiter forcieren und die Systemmedizin stärken.

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