G7-Präsidentschaft

Kein Erfolg ohne Gleichberechtigung

Frauen müssen eine noch stärkere Rolle in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft spielen. Zu dieser Schlussfolgerung kam Bundeskanzlerin Merkel beim G7-Dialogforum mit Frauen aus aller Welt. Für den 16. und 17. September hat Merkel Frauen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zum Dialog eingeladen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Teilnehmerinnen beim Familienfoto zum G7-Dialogforum.

Die Kanzlerin hat Frauen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zum Dialog eingeladen.

Foto: Bundesregierung/Güngör

Aus- und Weiterbildung seien der Schlüssel zum Erfolg und die Grundlage für die wirtschaftliche Teilhabe von Frauen, erklärte Merkel. Im Rahmen der deutschen G7-Präsidentschaft habe man deshalb beschlossen, die Investitionen in Aus- und Weiterbildung von Mädchen und Frauen in Entwicklungsländern erheblich zu steigern. Aber auch in Industrieländern bestehe Nachholbedarf. Zwar seien weltweit 50 Prozent der Frauen erwerbstätig, oft aber in prekären Beschäftigungsverhältnissen.

Vielfalt bringt die besten Ergebnisse

Deutschland selbst sei zum Beispiel beim Thema Frauen in Führungspositionen nicht besonders fortgeschritten. Sie freue sich deshalb auf den Austausch mit Vertreterinnen von Ländern, die hier schon weiter vorangekommen seien, sagte Merkel. Strukturelle Unterschiede zwischen Frauen und Männern seien auch beim Thema "unternehmerische Selbstständigkeit" weit verbreitet. Ganz wichtig sei es, dass Frauen Netzwerke knüpften, um diese Strukturen zu überwinden. Denn Netzwerke führten zu flacheren Hierarchien, einem schnelleren Austausch, und es zeige sich immer wieder, dass Vielfalt die besten Ergebnisse hervorbringe. Gesellschaft und Wirtschaft könnten nicht erfolgreich sein, wenn die Gleichberechtigung nicht funktioniere.

Weitere Themen des Dialogs sind politische Partizipation, Chancen für Frauen in der digitalen Welt und der Zugang von Frauen zu einer medizinischen Grundversorgung. Die aktuelle Flüchtlingsbewegung habe gezeigt, dass Digitalisierung das Leben in der ganzen Welt verändern könne, erklärte Merkel. Sie verändere die Arbeitsbedingungen und auch die Lebensbedingungen von Frauen. Aber allein die Menge an Informationen bedeute noch nicht, dass man auch klug sei. Man müsse lernen, Schwerpunkte zu setzen.

Hochkarätiger Besuch in Berlin

Die Veranstaltung ist Teil eines umfassenden Dialogs mit der Zivilgesellschaft. Aber auch hochrangige Vertreterinnen der Politik sind bei der Bundeskanzlerin zu Gast. Am Dialog beteiligen sich die jordanische Königin Rania, die liberianische Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf, die norwegische Premierministerin Erna Solberg und die Chefin des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen, Helen Clark.

Die Veranstaltung im Bundeskanzleramt ist Teil eines umfassenden Dialogs mit der Zivilgesellschaft im Rahmen der deutschen G7-Präsidentschaft. Die Bundeskanzlerin führte diesen Dialog im Vorfeld des G7-Gipfels in Elmau bereits mit Gewerkschaftsvertretern, Nichtregierungsorganisationen, Jugendlichen und Repräsentanten aus Wissenschaft und Wirtschaft. Beim Dialogforum diskutieren nun mehr als 50 Frauen aus rund 30 Nationalitäten über die Stärkung der Rolle der Frau in Industrie- und Entwicklungsländern.

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