Deutsche und französische Kunstwerke

Dialog der Gegensätze

Sie waren kulturelle Import- und Exportschlager in Frankreich und Deutschland: Rund 160 Kunstwerke des Impressionismus und Expressionismus "erzählen" in der Alten Nationalgalerie ihre Geschichte: Kulturstaatsministerin Grütters hat die Ausstellung "ImEx - Kunstwende" eröffnet.

Besucher vor der Alten Nationalgalerie in Berlin.

Zahlreiche Gäste warteten gespannt auf die Eröffnung der Ausstellung "ImEx - Kunstwende".

Foto: David von Becker

"Der Urgrund alles Schönen besteht in einem gewissen Einklang der Gegensätze", stellte Thomas von Aquin einst fest. Wie recht er damit hatte, belegt die Ausstellung "ImEx - Kunstwende" in Berlin: eine ungewöhnliche Zusammenstellung von deutschen und französischen Bildpaaren aus Werken des Im- und Expressionismus.

Unter der gemeinsamen Schirmherrschaft von Kulturstaatsministerin Monika Grütters und ihrer französischen Amtskollegin Fleur Pellerin präsentiert die Alte Nationalgalerie neben eigenen Beständen unter anderem Kunstwerke aus dem Musée d’Orsay in Paris und dem Metropolitan Museum of Art in New York. Die Ausstellung ist bis zum 20. September geöffnet.

Die Nationalgalerie gehört mit ihren sechs Häusern zu den Staatlichen Museen zu Berlin. Damit ist sie Teil der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK). Gefördert wird die SPK gemeinsam von Bund und Ländern, in 2015 mit insgesamt rund 152 Millionen Euro. Aus dem Etat der Kulturstaatsministerin kommen dabei 114 Millionen Euro.

In Unterschieden das Gemeinsame entdecken

"Gerade in dieser unmittelbaren Gegenüberstellung der beiden Strömungen zeigt sich, wie fein und tief die deutsch-französischen Verbindungen unter der Oberfläche sind", sagte Kulturstaatsministerin Grütters in ihrer Eröffnungsrede. Diese kulturelle Verbundenheit sei die Basis einer engen kulturpolitischen Zusammenarbeit auch in vielen anderen Bereichen, so Grütters weiter.

Sie betonte auch die enge Kooperation in anderen Kulturbereichen. "In der Literatur beispielsweise zeichnen wir mit dem Franz-Hessel-Preis deutsche und französische Autorinnen und Autoren aus, die sich um die deutsch-französische Freundschaft verdient machen. Auch die enge filmpolitische Zusammenarbeit trage zu dieser Freundschaft bei, so Grütters. "Deren Früchte konnten wir erst kürzlich wieder im großen Anteil deutsch-französischer Koproduktionen bei der diesjährigen Berlinale erleben."

Die Kulturstaatsministerin verwies auch auf die enge kulturpolitische Zusammenarbeit von Deutschland mit Frankreich auf europäischer Ebene, beispielsweise bei der Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter.

Kultureller Austausch lebt von privaten Initiativen

Ausgerichtet wurde die heutige Eröffnungsveranstaltung vom "Verein der Freunde der Nationalgalerie". Die Gäste erwartete neben den ImEx-Meisterwerken ein hochkarätiges deutsch-französisches Rahmenprogramm mit Vorträgen und Lesungen. Partner und Förderer der Ausstellung sind der "Meisterkreis" und sein französisches Pendant "Comité Colbert".

"Mit meiner Amtskollegin, Fleur Pellerin, weiß ich mich einig in der großen Wertschätzung des vielfältigen Kulturaustauschs zwischen unseren Ländern. Zu einem lebendigen deutsch-französischen Miteinander tragen auch die Initiativen privater Stifter, Kenner und Liebhaber wesentlich bei. Deshalb freue ich mich, dass das 'Comité Colbert' der Einladung durch den 'Meisterkreis' und den 'Verein der Freunde der Nationalgalerie' gefolgt ist", betonte Grütters.

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