Epidemie in Westafrika

Deutsche Hilfe im Kampf gegen Ebola

Deutschland leistet seit Monaten tätige Hilfe im Kampf gegen Ebola. Bislang stellte die Bundesregierung rund 17 Millionen Euro für Hilfsmaßnahmen zur Verfügung. Angesichts der dramatischen Lage in Westafrika verstärkt sie nun ihre Hilfe.

Ärztin mit Einwohnern eines afrikanischen Dorfes.

Besonders schwer von der Epidemie betroffen sind die Länder Liberia, Sierra Leone und Guinea.

Foto: picture alliance/dpa/Amandine Colin/Ärzte ohne Grenzen

Transportmaschinen für eine gemeinsame Luftbrücke mit Frankreich, ein mobiles Krankenhaus, umfangreiche medizinische Ausrüstung - die Bundesregierung stockt ihre Hilfe angesichts der dramatischen Lage in Westafrika auf. So beabsichtigt die Bundesregierung, verstärkt die Ausbildung medizinischen Personals vor Ort zu unterstützen.

Dramatische Ausmaße

Die Ebola-Epidemie in einigen westafrikanischen Staaten hat besorgniserregende Ausmaße angenommen. Bereits seit Ausbruch der Epidemie unterstützt die Bundesregierung die Weltgesundheitsorganisation und die vor Ort tätigen Nichtregierungsorganisationen wie etwa Ärzte ohne Grenzen.

Seit April befinden sich Experten des Robert-Koch-Instituts und des Bernard-Nocht-Instituts in der Krisenregion. Die Institute haben bisher 15 Helfer in die Krisenregion gesandt, die bei der Eindämmung der Epidemie unterstützen sollen.

Engagement gegen Ebola

Die Bundesregierung stellt bislang rund 17 Millionen Euro für Hilfsmaßnahmen zur Verfügung, davon rund 6,8 Millionen Euro aus dem Auswärtigen Amt. Damit werden unter anderem Projekte von "Ärzte ohne Grenzen", der Welthungerhilfe, "Humedica", des Bernhard-Nocht-Institutes und der WHO unterstützt. "Wir müssen mit einer noch wachsenden Zahl von Infizierten rechnen", erklärte Steinmeier am Donnerstag. Ein Ende der Notlage sei nicht in Sicht. Die Staaten der Region, besonders Liberia, Sierra Leone und Guinea, seien überfordert.

Das Bundesentwicklungsministerium hat über die Weltgesundheitsorganisation Sofortmaßnahmen von zehn Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die WHO errichtet Behandlungsstationen in den Krisenregionen, finanziert und liefert Schutzmaterial und Medikamente und schult das Gesundheitspersonal wie Pflegekräfte und Ärzte im Umgang mit Ebola-Patienten.

Der Ebola-Ausbruch in Westafrika ist die größte Epidemie seit der Entdeckung des Virus 1976. Insgesamt bestätigte die Weltgesundheitsorganisation bisher rund 4.000 diagnostizierte Fälle sowie mehr als 2.100 Todesfälle.

Behandlungsstation für Liberia

Der Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte am Freitag, dass die Bundeswehr mit zwei Flugzeugen Lufttransportunterstützung gewähren und unter anderem auch eine Ebola-Behandlungsstation nach Liberia bringen werde. Zweifelsohne sei weitere Hilfe notwendig. Die Bundesregierung passe ihre Unterstützungsleistungen daher auch fortlaufend an.

Aktuell sei die größte Herausforderung, die Rahmenbedingungen für die Entsendung von Ärzten und medizinischem Personal in den betroffenen Ländern herzustellen. Dazu gehöre unter anderem auch die Fähigkeit, infizierte Helfer zu evakuieren. Dazu seien speziell ausgerüstete Flugzeuge erforderlich.
Diese Fähigkeiten seien in Deutschland bislang nicht vorhanden. Die Bundesregierung arbeite - auch mit den internationalen Partnern - mit Hochdruck daran, diese Fähigkeitslücken zu schließen, betonte Seibert.

Beratungen über weitere Hilfen

Am Rande eines Treffens mit dem Emir aus Katar im Kanzleramt hatte die Bundeskanzlerin am Mittwoch weitere deutsche Hilfe in Aussicht gestellt. Geplant seien Lufttransporte, um Helfer ziviler Organisationen aus der Region zu fliegen. Zudem gehe es um eine Krankenstation. Auch die Weltgesundheitsorganisation erhalte Unterstützung.

Darüber hinaus prüft die Bundesregierung aktuell weitere personelle und materielle Unterstützung. Um hier nochmals Fortschritte zu erreichen, treffen sich heute Nachmittag die zuständigen Staatssekretäre zu einer weiteren Krisenbesprechung im Auswärtigen Amt.

Die Bundesregierung wird das Thema Ebola auch im Rahmen ihrer G7-Präsidentschaft beim G7-Außenministertreffen am 25. September in New York auf die Tagesordnung setzen.

Beitrag teilen
Schlagwörter