Energiezusammenarbeit

Deutsch-polnische Stromflüsse werden geregelt

Seit Jahren "knistert" es in den Stromleitungen zwischen Deutschland und Polen: Bei starkem Wind fließt deutscher Ökostrom unkontrolliert nach Polen. Die zuständigen Übertragungsnetzbetreiber werden an der deutsch-polnischen Grenze Phasenschieber bauen, um die Stromflüsse zu regeln.

Stromleitungen vor blauem Himmel an einem Fluss

Stromnetze verbinden Deutschland und seine Nachbarn. Hier muss der Stromdurchfluss geregelt werden.

Foto: Jens Komossa

Der ungeplante Stromfluss zwingt unsere Nachbarn immer wieder zu Notabschaltungen ihrer Kraftwerke und bringt ihre Netzfahrpläne durcheinander. Damit soll demnächst Schluss sein.

Die zuständigen Übertragungsnetzbetreiber Polskie Sieci Elektroenergetyczne und 50 Hertz haben vereinbart, an der deutsch-polnischen Grenze Phasenschieber zu bauen und zu betreiben. Durch diese Zusammenarbeit bei der Steuerung der grenzüberschreitenden Stromflüsse wird der ungeplante Stromfluss nach Mittel- und Osteuropa kontrolliert und die Stabilität der deutschen und polnischen Stromnetze gesichert. 

Phasenschieber kann man mit Ventilen vergleichen. Soll Strom fließen, werden sie geöffnet. Wird kein Strom gebraucht, schließt man sie. Noch funktionieren die Leitungen nach Polen wie Notüberläufe, die nicht verschlossen werden können.     

Mehr Markt, bessere Netzauslastung 

Voraussichtlich ab Dezember 2015 wird die Kontrolle der Stromflüsse auf der grenzüberschreitenden Leitung Mikukowa – Hagenwerder möglich. Ein weiterer Phasenschieber soll im Oktober 2017 im Umspannwerk Vierraden zum Einsatz kommen.

Beide Länder, Deutschland und Polen, profitieren von den Phasenschiebern. Regelt man den Stromfluss, fließt Energie nicht mehr ungewollt ab. Es ist möglich, Strom, der das Netz überlastet, zu verkaufen. Anlagen müssen nicht mehr abgeschaltet werden.

Wichtig ist auch, dass so die in Deutschland geplanten Nord-Süd-Trassen ausgelastet sein werden. Die Regler verhindern, dass Strom ungewollt nach Polen oder Tschechien abfließt: sie werden an der Grenze geschlossen. Ähnliche Anlagen gibt es bereits an anderen Außengrenzen. 

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